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so
Blattorgane; so gab Bonnet eine gründliche Besehreibung derBlätter in Rücksicht auf ihre Functionen, Stellung, Richtung undsetzte die morphologischen Verhältnisse derselben auseinander.
Am Ende des Jahrhunderts wurde ein neuer Zweig der Bo-tanik begründet — die Pflanzengeographie —, deren Ausbau sichbesonders Alex, von Humboldt angelegen sein lässt.
Die grossen Fortschritte, welche die Physik und Chemie imAnfange des lü. Jahrhunderts machte, mussten auf die Entwicke-lung der Pflanzenphysiologie von hoher Bedeutung werden.
Die Systematik wurde jedoch in dieser Zeit mehr vernach-lässigt; man begnügte sich mit dem Linne'schen Sexualsystem;dieser Ausspruch gilt jedoch weniger für Frankreich als fürDeutschland. Als die bedeutendsten Systematiker dieser Zeit müssender Engländer Robert Brown und der Schweitzer Pyramo deCandolle angesehen werden. Erster kehrte im Jahre 1805 voneiner Reise nach Australien zurück und brachte 4000 Arten neuerPflanzen mit, die er in dem Prodromus florae Novae Hollandiae mitgrosser Gründlichkeit mich einer neuen verbesserten Methode be-schrieb und nach dem natürlichen Systeme des Jussieu ordnete,ein Werk, das noch heute als Musterarbeit angesehen wird.
De Candolle schrieb seinen Prodromus, ein Riesenwerk, dasvon seinem Sohne Alphonso de Candolle fortgesetzt wurde; indiesem Werke waren aber namentlich die Familien genauer cha-racterisirt als in allen ähnlichen Werken seiner Vorgänger, aberauch die höhere Eintheilung des Systems hatte de Candolle ver-bessert.
Noch ist hier Achille Richard, der die Stellung des Frucht-knotens für die Eintheilung benutzt, zu nennen.
Die Schelling'sche Naturphilosophie regte in Deutschland zurAufstellung vieler Pflanzensysteme an, denen wol scharfsinnigeIdeen zu Grunde lagen, die sich aber nicht auf Beobachtungen stütz-ten, weshalb ihr Einfluss auf die Entwickelung der Botanik nichtallzugross war; hier sind zu nennen: Lorenz Oken, L. Rudolphi,Christ. Gottl. Nees von Esenbeck, Georg Kieser. Mehr Anklangfand einige Decennien später das System von Stephan Endlieber,der dasselbe mit Franz Unger aufstellte. Auch C. F. Meissnerund Adolph Brongniart leisteten als Systematiker ausgezeichnetes.
Aber auch die Cryptogamen fanden, nachdem die Phanero-gamen nach allen Seiten hin erforscht schienen, ihre Bearbeiter.
Reisen in fremde Welttheile vermehrten die Zahl der aufge-fundenen Pflanzen nicht allein, sondern brachten auch Licht indas Dunkel über die Abstammung medicinisch und technischwichtiger Droguen.
Von den Botanikern dieser Zeit sind ausser den früher an-geführten zu nennen:
Carl Thcod. Funke, Heinr. Ad. Schröder, Renatus Desfon-taines, Wilh. Roxburg, Joli. Christ. Wendland, Gorg F. Hoff-inann, Alb. Wilh. Roth, Chr. Schkuhr, Dav. Heinr. Hoppe, Fr.Gottl. Heyne, Joh. Aug. Schuttes, Heinr. Fr. Linck, Carl Ludw.