77G IV. Abiheil. Von <l. einzelnen Theilend. Pflanzen etc.
samc Substanzen (Sauren, Alkaloide, Extractivsloffe) in den einzelnen Fällenkommen. Ausbeute und spec. Gew. variiren sehr nach Jahreszeit, Standortu. s. w., daher auch die vielen hierüber existirenden Tabellen nur relativenWerth haben. Im Allgemeinen ist die Menge des Safts am grösslen imFrühjahr, das spec. Gew. aber zu Zeit der höchsten Ausbildung, also zurBlülhezeit. Angewendet werden, ausser der zu Bereitung der Extracte die-nenden, nur mehrere bittre Fflanzensäfte, namentlich der AcliiUea, der l'u-maria , des Cliaerophyllum , des Taraxacvm u. s. w. und zwar in der Regelnachdem man sie durch längeres Stehenlassen und Filtriren, oder auch durchErhitzen mit Eiweiss — Mas freilich immer mit Verlust wirksamer Stoffeverknüpft sein dürfte — geklärt hat.
3) Au sges cli wi tz t e Säfte. Unter diese Kategorie gehören schonmanche, ihrer Einfachheit wegen bereits früher abgehandelten Substanzen,z. B. die Gummiarten, viele Harze (besonders Benzoe, Gummilack, Mastix,Takamahak, Drachenblut u. s. w.), die Balsame, die Aloe, Manna u. s. w.im rohen Zustande; hier soll von mehrern die Rede sein, in deren Zusam-mensetzung eine grössere Anzahl von Stoffen eingeht. Man kann sie ein-theilen in Gummiharze [gvmmi resinae, gommes resinet , gum resins) , indenen Harz den vorwaltenden Bestandteil bildet und in Milchsäfte, wel-che besonders reich an Eiweiss, Oel oder Fett und meist auch Caoutchoucsind und unter denn das Opium eine ganz eigentümliche Stelle durch dieMasse merkwürdiger und wirksamer Bestandteile einnimmt.
a) Gummiharze. Die Franzosen nennen auch die unter den Harzenbeschriebenen säurefreien Gemenge von Harz und ätherischem Oel, z. B.Benzoe, gommes resines; wir führen hier folgende, bis hieher noch nichtbeschriebene Stoffe auf:]
Am m o n i a k gu m m i (Gummi ammoniaewn) nach Doji von keinemJleracleum , sondern von ]>orema armeniacum kommend, bildet Iheils gelberölhliche, weisse, zu Klumpen vereinigte Körner, theils geformte Kuchenriecht eigentümlich stark und widrig, Knoblauch ähnlich, schmeckt süsslich,dann scharf und widrig. Wird leicht weich, ist aber nicht völlig schmelz-bar, läset sich in der Kälte pulvern. Besteht nach Buciiolz und Bracoivnotans 70 — 72 p. C. Harz, welches leicht schmelzbar, geschmacklos, durchAetlier in 2 Harze zerlegbar, in Oelen, Schwefelsäure und Alkalien löslichist; 18 — 22 p. C. eines bis auf den bitterlichen Geschmack dem Arabin sehrähnlichen Gummis, 2 — 4 p. C. Schleim, übrigens ätherischem Oel, welchessich durch Destillation mit Wasser abscheiden lässt, und Wasser. Es istöfters mit Sand und Sägespäne verunreinigt.
Anthiar heisst der Saft von dem javanischen Giftbaum Antiaris ioxi-caria, welcher früher von Pelletier und Cavf.ntou, zuletzt von Mui.df.iiuntersucht worden ist. Beide erhielten ähnliche Resultate, nur kannten jene