gütige Zutrauen, (das Nota kene der Redakteur und sonstkein Mensch hat,) man verspricht sein Bestes zu thnn u. s.w. Nun läßt sich der Herr Redakteur einen Ballen von derLeipziger Messe kommen, ließt die Titel, sagt: dieses Buchsoll der Herr 21. reccnsiren, und jenes der Herr B-, unddann soll das Publikum den Hut abnchmen, «mss glauben,was jene Herren gesagt haben. — Seht, so ist die ge-lehrte Zeitung fertig. — Frage ich die Recensenten: vonwem habt ihr eure Gewalt überkommen? so antworten siemir: vom Redactcur; und frage ich den Rcdacteur, sosagt er: ich habe es wie Karl der Große gemacht, unddie Krone selbst vom Altäre genommen.
Nun ist fccylich wohl schon mancher Usurpator einvortrefflicher Regent geworden, und man hat cs um sei-ner Verdienste willen vergessen, auf welchem Wege er zurHerrschaft gelangte; aber ist das hier der Fall? und kanndas überhaupt jemals der Fall seyn, wo ein ganzer Haufevon Mitarbeitern nölhig ist? — Die guten Criliker, dirLessinge, sind sehr selten; unmöglich wird die L. Z. unsweiß machen wollen, daß sie lauter Lessinge besoldet. Ge-sezt auch, der Redakteur sey ein Gelehrter von den aus«gebreitesten Kenntnissen, was kann er von den zehn oderzwanzig schönen Geistern, die er zu Mitarbeitern stempelt,anders wissen, als vielleicht: daß sie Männer von Geschmacksind? daß sie Ein oder Mehrere gute Bücher geschriebenhaben? ist das aber genug zum Criliker? — und wennsie auch würklich die erforderlichen Anlagen dazu besaßen,weiß er, ob sie Zeit und Lust haben sie auszubildcn? —Auf Recensionen werden nur Nebenstunden verwendet; ist
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