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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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Leben gar so süß und reizend, nnd duldet, daß sie Weib, Gesang nnd anch den Wein lieben ! Daßdann Franz ab nnd zn wieder gernebei Hafis" weilt, nnd lnstig ansschlagt, weil ihm derTanz-Rhythmus schon im Leibe prickelt, können wir nicht erstaunlich finden nur die Mutterhat's verschuldet! Sic kann nnd mag aber diese leidliche Schuld, die natürliche Kehrseite so vielerTugend, mit Stolz tragen, denn ihr Franz war ein Genie, dein sic als Wiegcngeschenk denihm cigcnthnmlichcn Zug der feinsten Sinnlichkeit mitgegebcn, der Packen nnd zünden wird, solange cs noch Menschen gibt, ^ic Blut nnd Nerven haben, und nicht lediglich Pure Geister sind!

Das Vorwort ist jetzt ungebührlich lang geworden, wenn man von Franz Schubertspricht, laßt sich schwer der Schluß finden, denn:das Blühen will nicht enden". Daraufhabe ich anch gepocht, und des Lesers Geduld mehr, als bei einem Vorworte üblich, in An-spruch genommen, Nachsicht erhoffend im Namen desjenigen, dem guter Wille mit schwachenKräften diese Zeilen geweiht! Namen, die uns lieb nnd thener sind, wird man immer undimmer zn nennen nicht müde, nnd so rufe ich den Vereinen unablässig zu: Singt Schubert!Schubert! und noch einmal Franz Schubert! Johann Herb eck,

Wien, im Octobcr 1865,

Dichterische Nachrufe.

Nachruf an Illeister Herbeck,

Die Harfe, die so trcubeseelt erklungenIn edler Brust zu Gottes Ruhm nnd Ehr',

Sie schweigt; die letzte Saite ist zersprungen,

Mit ihr zugleich das Herz nnd rings umherDer Sänger Blicke sich zur Erde neigenVon Thränen feucht und alle Chöre schweigen!

Doch während, wie gequält von düstrem TraumeDie Welt noch kaum begreift, was sic verlor,

Schwingt jubelnd schon znm klaren AethcrranmcBefreit sich eine Nachtigall empor!

Sie singt: Gottlob ich bin der Haft entronnen,

Ein freies Leben hat für mich begonnen!

Und sie, die weinend ihn begleitet habenDen theuern Freund, der Edles nur erstrebtUnd sie, die ihm die Grube schon gegrabenAls er, getreu der Muse noch gelebt,

Sie alle steh'n am Grabe tief erschüttert,

Die ihm versüßt das Leben nnd verbittert!

Er aber lächelt friedlich noch im Schlummer,

Die Fesseln fielen, die ihn schwer gedrückt,

Es schwand für ihn des Lebens Qual und KummerDer Geist ist frei! der Scholle längst entrückt,

Schwang er sich auf zur Harmonie der SphärenWas ihm die Welt versagt, wird Gott gewähren!

Wir aber legen Siegeskränze niederAuf Deinen Hügel, blasser Held Hab' DankFür Deinen edlen Mnth, für Deine Lieder!

Ob anch Dein Sarg vor unsrem Blick versank,

Wer, so wie Du, der Erde viel gegeben,

Der ward berufen ewig fort zu leben! Josef Wehl.

An Johann Herbeck.')

Laßt Sänger nun den Traucrchor verhallen,

Und Pflanzt auf's Grab den allerreichstcn Flieder;Kehrt dann der Frühling zu der Erde wieder,Mag d'raus sein erster Blick belebend fallen,

i) Neue Jlluftrirte Zeitung (Wien) VI. Jahrgang Nr. 7.

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