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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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beginn

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öffentlichen Thätigkeit.

Eine Orgel, in der jede Pfeife ein ncrnnnft-fähigeS, willig lenkbares Wesen ist, kann das Aller-höchste werden, aber es verlangt auch den aller-höchsten Geist, der es beherrscht."

Zelter.

(Briefwechsel zwischen Goethe und ZelterI. S. lOl>.)

Obwohl Herbeck schon seit langem über die Wahl seines Lebens-berufcs nicht leicht mehr im Zweifel sein konnte, so scheint er doch erst nmdie Jahreswende 185152 den definitiven Entschluß gefaßt zu habe», Musikerzu werden. Die Nechtsstudien, das sah er ein, vermochten einen jungen Man»,selbst wenn er sie eifriger betrieben haben würde, als Herb eck sie betrieb, dendamaligen Verhältnissen gemäß, erst nach Jahren in die Lage zu versetzen, eineFamilie zn gründe». Seine geliebte Braut hcimznführcn, das lag ihm ja sosehr am Herzen.

Nun bot sich gerade eine Gelegenheit, seine musikalischen Kenntnisse undsein Talent durch eine, allerdings recht bescheidene, öffentliche Wirksamkeit znverwerthcn. Halb gezwungen, halb freiwillig schob er das aorxns snrm fürimmer bei Seite, um init leidenschaftlicher Hast nach dein Taktstnb zn greifen,dessen meisterhafte Führung ihm bald eine rühm- und glanzvolle Laufbahneröffnen sollte.

Die Stellung, welche Herb eck anuahm, war nun allerdings keine glän-zende. Seit Jahren besuchte er nämlich des Sonntags das Chor der in derVorstadt Josefstadt gelegene» Piaristenkirche, um bei den, vom dortige» Kirchen-musik-Vereine veranstalteten musikalischen Aufführungen je nach Bedarf alsOrganist, Violinspieler oder Sänger mitznwirken, ja hier und da ergriff ersogar de» Taktstab, um die Oberleitung zu führen. Durch seine eifrige Thätig-kcit lenkte er die Aufmerksamkeit der Patrone des Vereines Geistliche desPiaristen-Ordens und angesehene Männer des Bezirkes auf sich, und diesesahen sich nun veranlaßt, die künstlerische Leitung der Aufführungen gänzlichin die Hände Herbeck's zu legen.

Die Kräfte, welche ihm zur Verfügung standen, waren thcilweise ganzvorzüglich. Bei dein wichtigsten Instrumente eines Kirchenchores der Orgel