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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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liehe, willkürlich?, gewiß nnvortheilhafte Umwandlung der Begleitungsformen entsteht,wenn an die Stelle des Clnviers die Guitarre tritt. Es beweist dies auch, daß Schubertselbst die Begleituugsforni bei den betreffenden Gesäugen mehr als eine harmonischeBasis oder lediglich? Unterstützung der Singstinimen, denn als eine unabänderliche Haupt-sache betrachtete.

Dessenungeachtet wurde zur beliebigen Wahl bei allen solchen Stellen die bisherigeals original geltende Lcscart mit beibchalten, obgleich sich in manchen Fällen eher bezweifelnals feststellen läßt, ob selbe von Franz Schnbert's Hand herrührt.

Kürzungen und Erleichterungen sind mit Sternchen und kleinen Noten nur dort angezeigt (z. B. bei ganz gleichlautenden, anstrengenden oder schwierigen Stellen), wo selbe, ohnegegen den Geist und das Wesen der Sache zu verstoßen, angebracht werden konnten; hiebeiwurde insbesondcrs ans kleinere Vereine Rücksicht genommen, deren Kräfte, der Anzahl, undkünstlerischen Beschaffenheit nach, nicht immer die erwünschte Ausgiebigkeit haben können.Wem diese Kürzungen und Erleichterungen nicht nöthig, oder unpassenddünke», betrachte sic als nicht vorhanden. Als Schluß dieser Redactionsbemerknngenmuß ans triftigen Gründen ein eigentlich Selbstverständliches nachträglich betont werden,daß nämlich in dieser Ausgabe nicht eine Note, geschweige denn ein Accordgeändert erscheint.

Den Cardinalpnnkt:die großen Schwierigkeiten und der Mangel an Effect" mußich nochmals berühren, und wiederholen, daß bei dem heutigen Stande der Gesangvereineim Allgemeinen und der vorgeschrittenen Sorgfalt in der Ausführung, den Sch nb ert'schenChören gegenüber, diese Einwendung Vornrtheil ist. Man gehe nur mit ernstem Wollen, mitWärme und Begeisterung daran, und mancher Verein, der sich ausschließlich mit sogenanntenleichten Dingen abqnält, die, wie namentlich die meisten modernen komischen Chöre, nichtnllzuleicht ansznführen sind, wird, wenn er dieselbe Mühe, z. B. um etwas gefürchtetSchweres hcrauszngreifen, ans denGesang der Geister über den Wassern" verwendet, mitlohnender Genngthnnng erfahren, daß es nicht so übermenschlich schwierig ist Schubert zusingen, und sogar derEffect" wird nicht fehlen. Ja, eine Wirkung macht dann Schubert,so gewaltig und packend, daß cs einem die Seele durchschanert. Wenn ermit Geisterhändenin die geistigen Tiefen greift" und zu singen anhcbt:des Menschen Seele gleicht demWasser", vomSilbcrgartcn dnftumrauscht",es muß hinaus, die letzte Schranke bricht",wem dann das Blut nicht heißer wallt, wer da nicht jauchzen und weinen kann, der fühltnicht die Musik, er verspürt höchstens den Schall dem wird der Musik geheimnißvollcrZauber für immer eine von verrückten Dichterlingen ersonnene Fabel sein!

Schuberts Muse aber weihte sich nicht einzig und allein dem hohen Liede, stimmtenicht immer die erhabenen Klänge derHymne", desGeistergesanges" an sie weiltauch gerne ans freundlicher Erde, unter freundlichen Menschen, dieder Geist der Liebe"erfüllt, sich nachLiebe und Wein" sehnen, imDörfchen" den kindlich unbefangenen Tonbelauschen! Und de»Natnrgennß" mußte ihn nicht Schubert schreiben, Franz Schnbcrt,der geborne Wiener, mit der Hellen Frische, der Empfänglichkeit für Natur und Leben, diesein Oesterreich kennzeichnet?! DerRachtgesang" ertönt, die Stimmen und Hörner verklingenin Eins, ist es da nicht, wie wenn ein leiser, warmer Hauch ans Wälschland den tief-grünen, deutschen Wald dnrchzittcrt? Ja, durch die reizvolle Vermählung deutschen, innigenGcmüthes mit südlicher, farbenprächtiger Glnth berührt uns Schubert so wunderbar!

Rastlos auch und unermeßlich reich war seine Schöpfnngskraft die Zeit war ihmz»m Schaffen allzu knapp bemessen, wo hätte er sie znm Wählen gefunden? Das macht ihnzu Zeiten Verzeihung dem Worte etwas sorgloser und leichtfüßig, wie im 2. ThcilederNachtigall". Wer wagte es ihm zu verargen! Seine heißblütige Mutter, die alte, viel-fach verketzerte PhäakenstadtWien" trägt die Schuld! Sic hat ja den leichten Sinn imKopfe, schmückt sich so verführerisch mit Laub, Blumen und Reben, macht ihren Kindern das