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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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Jugend.

zW2.)

Dir war das NnMck eine strenge Schule.

Nicht seine Frendenscite kehrte d irDaS Leben zu."

Schiller, Maria Stuart 2. Act, 3. Scene.

^9cnn auch »ach dem Worte Gocthe's:Es macht die Geburt uus wederedel uoch gut, uoch kann sie zur Schaube gereiche»" der Werth eiucs Meuscheu nuriu ihm selbst liegt, so richte» wir bei Betrachtung des LcbcnsgaugcS eiucs jedenbedeutenden Mannes die Blicke unwillkürlich doch zuerst auf dessen Älter» undBorälter». Das Bedürfnis;, sich über die Quelle einer jeden iu die Augen fallendenErscheinung die möglich größte Klarheit zu verschaffen, liegt nämlich tief imWesen der menschlichen Natur, und wie wir die Geheimnisse der Schönheiteines schlanken, reichbeblüttertcn Baumes ans der Wurzel, aus den verstecktenKeimen zu erforschen trachte», so suchen wir den Ursprung des Genies desSohnes oder Enkels im Talente, ja in der einfachen Begabung des Vaters oderGroßvaters. In vielen Fällen ist diese Untersuchung sehr einfach. Man betrachtenur den Stammbaum der Familie Bach. Innerhalb mehrerer Generationenpflanzen sich hier gleich einem charakteristischen Gesichtszngc die musikalischenFähigkeiten in ans- und absteigender Linie fort, und cs ist wahrlich zum Ver-wundern, welche Fülle schöpferischer Kraft in dieser Musikcrdhnastie steckt.Bccthovcn's Vater war ein gebildeter Sänger, jener Mozart's ein geschickterMusiker, und wenn die musikalische Begabung beider Väter auch nicht im ent-ferntesten an jene der Söhne hinanreichte, so können wir ans dem Vorhanden-sein einer bestimmten Begabung beim Vater in diesen und vielen anderenFallen doch die Lehre ziehen, daß der im einzelnen Individuum sich zu tausend-ja millionenfacher Blüthc entfaltende Keim meistens ererbt wird, ein Talentoder Genie also nur selten urplötzlich entsteht.

Manchmal fügt cs Wohl eine Laune der Natur, daß geistige Fähigkeitennach Ucberspringnng einer oder mehrerer Generationen auf den Enkel oderUrenkel übergehen. Ein solcher Fall von Atavismus ist bei jenem Künstler,dessen Leben zu schildern der Verfasser dieses Buches sich zur Aufgabe gemachthat, deutlich nachznwcisen, und zwar fand hier merkwürdiger Weise ein Ver-erben der Fähigkeiten nicht von der Vorfahrenschaft väterlicher, sondern vonjener mütterlicher Seite her statt.

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