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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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Die Hofcapelle.

(>8SSWA)

Nun, Sic wissen, verehrter freund, wnS eS>heißt, den todten Noten leuchtend flaminendenGeist einznflößen."

Liszt an Hcrbeck.

^ie Pflege der Musik am kaiserlichen Hofe zu Wie» ist seit Alters hereiner eigenen Hoscapelle übertragen, dereu.Bcstand sich beinahe bis zum Beginneder Neuzeit Nachweisen läßt, i) Reichlich und ununterbrochen fließen die Quellenzur Geschichte dieses hervorragenden Kunst-Institutes indcß erst vom Jahre 1543angcfangen, so daß dessen Entwicklungsgang sich auch erst von dieser Zeit angenau verfolgen läßt. Die Dienste der Capelle, welche dem Obersthofmcister-amte und bis 1850 außerdem einer Mittclstelle, dem Hofmusikgrafenamte,untergeordnet war, bestand in Productioneu an der Tafel, bei öffentlichen Hof-festlichkeiten, hauptsächlich aber bei den kirchlichen Functionen an: kaiserlichenHofe. Ganz neue und große Aufgaben wurden ihr im 17. Jahrhundert unterKaiser Ferdinand III. und seinen Nachfolgern Leopold I., Josef I. und Carl VI.zu Theil: eine neue Kunstgattung, die Oper bedurfte ihrer Mitwirkung. InFolge der nun erhöhten Thätigkeit war eine Vermehrung des Personalstandes,welcher sich früher ans circa 50 Mann belief, nothwendig geworden, und wirsehen die Anzahl der Musiker 1715 auf 102, 1711 auf 107 angewachsen.

Die Kaiserin Maria Theresia ließ die Stelle des verstorbenen Hofcapell-meistcrs F nx, der die Leistungen des Institutes auf eine Stufe der Vollkommen-heit gebracht hatte, lange unbesetzt und ernannte 1746 zwei Capcllmcistcr, welche,von einander unabhängig, die Leitung in der Weise theilte», daß der ersteHofcapcllmeister Predicri die Opern, der zweite, Neutter, aber die Kirchen-musik zu dirigire» hatte. Aber schon fünf Jahre später wurde Predieri in denRuhestand versetzt, und die Hofmusik dem Capcllmcistcr Rentier gegen Pauschaleüberlassen, also so zu sage» i» Pacht gegeben, u. zw. unter der Bedingung,daß die alten Gehalte bis znm Tode der betreffenden Mitglieder anszubezahlcnwären. Bei der Neubesetzung der Stellen hatte Neutter jedoch vollkommen

') Der folgenden Darstellung dient als Quelle: Kochel, die kais. lonigl. Hof-Mnsikcapcllcin Wien, 1869.