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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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Die Gesellschafts-Loncerte.

(j8MM6.)

Als gebornen Dirigenten kennzeichnetc ihn seinintensiv musikalisches, dem Geist fremder Tondich^tungen sich augenblicklich assimilircndes Empfinden,sowie die demagogische Gewalt, die er mit Augund Arm anSiibt über die grössten Orchestermassen."

HanSlick (Gesch. des Concertw. S.

die Mitte des 18. Jahrhunderts besaß Wien nach kein organisirtcööffentliches Concertlebcn.') Wohl machen sich schon vorher Anläufe zu öffent-lichen Musik-Prodnctionen bemerkbar, allein diese blieben dem Bolke unzngüng-lich und dienten nur dem Hofe und dem hohen Adel znm Genüße. Am kaiser-lichen Hofe bestand einekais. königl. Hof- und Kammermusik", deren Aufgabees war, die Kirchenmusik zu besorgen, sowie bei Hoffestlichkeiten und Hofcon-eertcn mitzuwirken. Der Chef der Hofmnsik führte den Titel Hofcapellmeister,und der Posten eines solchen war zur Zeit, in welche die Gründung des erstenCvncertinstitntcs fällt, von einem, als Componisten vortheilhaft bekanntenManne, Namens Florian Gaßmann, besetzt. Wie sehr seine Compositione»damals geschützt wurde», beweist der Umstand, daß einer der Verehrer seinerKnust, ein Graf Dietrichstein, einen Vertrag mit ihm abschloß, laut welchemjener gegen ein Entgelt von 100 Ducatcn für je 6 Musikstücke alle seineSchöpfungen dem Grafen abznliefcrn hatte.-) Gaßmnnn faßte die Idee, ei»Pensions-Institut für erwerbsunfähige Musiker, wie für Musiker-Witwen und-Waisen in's Leben zu rufen. Zur Erlangung der nöthigen Geldmittel solltenöffentliche, jedermann zngüngige Musik-Prodnctionen veranstaltet werden: er-legte damit den Grund zu einem eigentliche» Conccrtleben in Wie».

Die Gesellschaft nannte sichMusikalische Societät der frcyen Tonkunstfür Witwe» und Waisen". Ihre ersten, von der Kaiserin Maria Theresiagenehmigten Statuten stammen ans dem Jahre 1771. Die Kaiserin selbstlegte den Grund zu dem Fonde, indem sie der Societät sofort 500 Dncatenspendete, und Kaiser Josef vermehrte denselben bald um 200 Dncaten. An der

tz Quellen der folgenden Darstellung, wen» nicht ausdrücklich anderes angeführt: EduardHanslick, Geschichte des Conccrtwescns in Wien. C. F. Pohl, Denkschrift aus Anlaß des100jährigen Bestehens der Tonkünstlcr-Socictät, Wien 1871. C. F. Pohl, Die Gesell-schaft der Musikfreunde in Wien, Wien 1871. Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde-h Oehlcr, Theatcrwescn in Wien, II. S. 79.