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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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Freitag »nd sttiontag gegangen ist, nnd ob Sie noch den ll ersten Vorstellungen es fürwahrscheinlich halten, daß die Oper ans dem Repertoire bleiben wird! Manchmal ist mir,es könnte nicht anders sein, nnd dann sinkt nur wieder der Mnth, und die Ungewißheit istschwer zn ertragen.

Besten Dank für den Hansen von Nccensionen! Wie aber sott ich Ihnen danken,wovon ich schon längst überzeugt war, worin aber alle Berichte, gedruckte nnd brieflicheübereinstinunen, für die stiebe nnd Hingebung, mit der Sic meine Oper cinstndirt, für dieglanzvolle Darstellung, in der Sie dieselbe den Wienern geboten haben? Doch was ist meinDank, wenn mein Werk sich nicht bewähren sollte! Freilich, Alles, was sich schließlich bewährthat, hat vorher einen harten Kampf anskämpfen müssen. So kämpfe muthig weiter, Katharine!

Einen tiefen Eindruck haben mir die Kritiken nicht gemacht: am liebsten ist mir dievon Franz Gehring, aber alle tragen den Charakter der noch höchst unvollkommenenKenntnis; des Werkes. Man sollte ein Gesetz mache», daß kein Kritiker vor der dritten Ansführnng sein Urtheil abgebcn dürfe, oder er sollte wenigstens die Partitur vorher genau kennen.Köstlich ist die Vergleichung mit denMeistersingern". Die Frechheit des Einen, der mirganze Seiten Partitur in der dortigen Partitur Nachweisen will, wird dadurch unübertrefflichlächerlich, daß ich, ganz offen hcransgesagt, dieMeistersinger" fast gar nicht kenne. MachenSic mir kein Verbrechen daraus, ich habe nie einen Ehrgeiz darein gesellt, absolut Alteskennen zn wollen, nnd ich kenne noch manches gar nicht, was gründlich zn stndiren ich bisherkeine Gelegenheit oder Zeit fand.Tannhänser" nndstohcngrin", die ich sehr oft auf derBühne sah. kenne ich fast auswendig, auchTristan", den ich zweimal in München sah, kenneich sehr genau. Mit denMeistersingern" glückte es mir bisher niemals, sic sehen zn können,wenn ich gerade reisen konnte. Und eine Wagncr'schc Partitur oder Clavicranszng zustndiren, bevor ich das Wert ans der Bühne gesehen, ja ohne Aussicht dazu, dazu habe ichmich niemals entschließen können. Gerade bei denMeistersingern" habe ich's einmal versucht,nnd schon nach den ersten Seiten als unfruchtbar ausgegcben. Run bitte ich Sie aber drin-gend, machen Sie von diesen; offenen Geständnisse, das nur für Sie bestimmt ist, keinenweiteren Gebrauch! Wenn ich vor irgend etwas in der Welt Furcht habe, so ist es derFanatismus der eingefleischten Wagner-Enthnsiasten. Vielen darunter stehe ich persönlichnnd künstlerisch sehr nahe, und cs würde mich sehr schmerzen, mit ihnen zu zerfallenaber als Partei betrachtet, möchte ich's lieber mit der spanischen Inquisition zn thun haben.

Der wichtigste Kritiker übrigens, der Einzige, ans dessen Urtheil ich wirklich gespanntbin, Hanslick steht noch aus.

Mit aufrichtigstem Danke nnd hochschätznngsvollem Gruße Ihr stets ergebener

Hermann Goetz.

Hochverehrter Herr!

Ich habe lange geschwankt, ob ich in dieser für Sie so ercignißvollcn Zeit an Sicschreiben dürfe oder nicht. Mein Herz zog mich, Sic gerade jetzt meiner innigen, sich stetsgleich bleibenden Dankbarkeit zn versichern nnd nieinen herzlichen Abscheu ansznsprechcn fürdie Ungerechtigkeiten, denen selbst ein Mann wie Sic nach einer so bedeutungsvollen nndthatcnrcichen künstlerischen Vergangenheit nicht entgehen konnte. Dennoch bitte ich Sic dringend,in diesen letzten Worten durchaus keinen Ausdruck eines trivialen Mitgefühls zu sehen. Dafürstehen Sie zu hoch und werden es auch bleiben, wie sich immer die Ereignisse gestalten mögen;wenn ich irgend ein Bedauern ausspreche, so gilt cs nur der Stadt Wien, die bald genugfühlen wird, was sic an Ihnen als Opcrndirektor verliert.

Noch ein weiteres Bedauern darf ich vielleicht anssprechen. Wie hätte ich cs nmIhretwillen gewünscht, daß meineWidcrspänstigc" in Wien ein rechtes Kasscnstück gewordenwäre! Was mich betrifft, so bin ich vollständig zufrieden, wenn sie sich nur auf dem Nepertoirerhält. Meine Bedürfnisse sind gering, nnd da seit den Wiener Ausführungen Weimar, Hannover