die „Genossenschaft" kein Nkcht hat, auf einen Antheil an dem Abschreibehonorare, welchesSit begleichen und das ich Ihnen ersetze. Das ist eine gänzlich privatime Abmachung.
Wallen Sie, hochgeehrter Herr, mir ebenfalls eines der beiden Briefexemplare unter-schrieben znkommen lassen. Da aber hoffentlich die auf Ihre Gefahr in Mannheim und Wienbesorgte Copiatnr nicht den ganzen Betrag anfzehren wird, werde ich Ihnen die restirenden
etwa 200 bis 270 fl. ö. W. seiner Zeit nach Hattingen senden und zwar gleich in hier einge-
wechselten Francs, weil Sie in Zürich beim Einlösen jedenfalls mehr Agio zahlen müßten.
Nun znni Schluß noch Eins, das Allerwichtigste. Schonen Sie Ihre Gesundheit, bürdenSie sich nicht zu diel ans (wollte Gott, ich könnte Sie von dem schauderhaften Leetionirenbefreien), damit Ihre geschwächte Gesundheit wieder gekrästigt wird.
Ihrer Familie, der Kunst müssen Sie noch recht lange erhalten bleiben und es istIhnen gewiß nicht gleichgiltig, zu wissen, daß es außer den Ihren noch andere Menschen
gibt, denen Ihr Leben und Wirken thener, die Ihnen in liebevollster Theilnahme zngethan
sind und zu welchen Sie zählen wollen Ihren mit herzlichem Gruß aufrichtig ergebenen
Wien, am 10. Jänner l875. I. Herb eck.
1'. 8. Noch soll ich vom „Sattel" sprechen. So sinnreich die Construction Ihres HerrnBruders auch ist und Ihrer Intention entsprechend — habe ich doch meine Bedenke» dagegen —ich bin, erschrecken Sie nicht, für das Erscheinen eines einspännigen Fuhrwerkes. Wie ich mirdie Scene denke, wird Ihnen H. Frank mittheilen — denn wenn ich noch länger fortschriebe,könnten Sie es etwas sonderbar finden, daß ein lässiger Briefschreiber sich nicht auch kürzer faßt.
Wie soll ich Ihnen danken? Was soll ich von dem Eindrücke sagen, mit dem ich Ihrengestern empfangenen, viel z» gütigen Brief gelesen habe? Letzteres darf ich gar nicht ver-suchen, denn von Rührung und Thränen sollte unter Männern nicht gesprochen werden.Und doch, wenn Sie wüßten, was ich so viele Jahre hindurch gelitten habe, wie oft unbe-deutende Tröpfe mich mißhandelt, selbst tüchtige Männer mich mißverstanden und gering-geschätzt haben — und dann jetzt Ihr Brief — — Mir ist wie dem Wanderer, der aus demDornendickicht unwegsamer Urwälder endlich an die Lichtung gelangt, Ivo ihm das Landseiner Sehnsucht weit ausgebreitet entgegenlenchtet. Ich bin tief bewegt und bis ins Innersteglücklich und daß ich es bin, ist Ihr Werk!-—
Unendlich freudig und stolz macht es mich, daß Sie selbst meine Oper einstndiren,sie selbst dirigiren wollen. Wie finden Sie nur Zeit dazu? O bitte, denken Sie doch auchan Ihre Gesundheit und verschieben Sie lieber die Aufführung, als daß Sie jener zu nahetreten! Im klebrigen ist jetzt Alles in Ordnung und ich bitte Sie nur, selbständig einzn-greifen, wo Sie noch unpraktische Einzelheiten an Tempo oder in den Nuancen finden sollten.Dergleichen klingt auch so sehr verschieden in den verschiedenen Räumlichkeiten und die Haupt-sache ist überall der Gesang, auf Kosten dessen kein Orchesterdetail zu störend hervortreten darf.
Eine einzige Stelle möchte ich in diesem Punkte doch ansnehmen, das Ensemble 6-cknrLUeAro mocksrnto in der ersten Scene der Oper. Dort ist das Motiv in den Streichinstrumenten,
das durch die ersten, zweiten Violinen und Bratschen geht, ziemlich ebenso wichtig als dieGesangstimmen. Das Ganze soll aber den Effect des Stimmengewirres Hervorbringen, undden Rahmen dafür gibt die Figur der Violinen ab, die also doch wenigstens dnrchkommenmuß. Ihre Idee mit dem Fuhrwerke im 3ten Akte ist köstlich; das Genauere will ich
Nochmals herzlich grüßend
D. O
Goetz an bserbcck.
Hochverehrter Herr!
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