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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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daß Herbeck sich veranlaßt sah, die Thatsache» richtig zu stelle», beziehungsweisesich zu vcrtheidigcn. Aber Herbcck kam nicht weit. Es wurde ihm die Redeabgcschnittcn, worauf er seinen Hut nahm und ganz ruhig sagte: „Dann werdenEuer Durchlaucht erlauben, daß ich mich entferne." Am Sonntag den 4. Aprildirigirte er seine Lieblingsoper „Der Widerspenstigen Zähmung" und am 5.Morgens ging er nicht mehr in'S Theater. Er ließ seinen Secretär k)r. Rankzu sich bitten, um ihm die Mittheilung zu machen, daß er die sofortige vor-läufige Suspcndirung vom Amte und seine Pensionirung bei seinem Chefangesncht habe und die DircctionSkanzlci nicht mehr betreten werde.

„Ich fühle zu meinem größten Leidwesen", heißt cs in Herbeck's Gesuche,„daß ich Euer Durchlaucht ehrendes Vertrauen nicht mehr besitze, daß ichtrotz des besten Willens und mit alle» Kräfte» nicht im Stande bin, ineinenDircctorposten selbst nur noch kurze Zeit hindurch zu Euer Durchlaucht Zufrie-denheit auszufüllen. Zudem ist durch die lang andauernde peinliche Situationmeine Gesundheit schwer erschüttert, ich fühle mich durch die Verhältnisse moralischund körperlich halb zu Grunde gerichtet."

Entgegen seiner Eingabe vom 18. März bat Herbeck jetzt nnrmchr, derFürst möge ihm „jene Behandlung angcdcihcn lassen, welche jedem Beamtenzu Theil wird, der, ohne seine Pflicht verletzt zu haben, ans Gesundheitsrück-sichten oder weil die Art seiner Geschäftsführung nicht mehr entsprechend gefundenwird, aus dem Amte scheidet.')

Der Leser wird nun unwillkürlich fragen, was man Herbeck mit Rechtzur Last legen konnte, worin seine Vergehungen eigentlich bestanden. Seineschwierige Stellung, welche ihm ein freies Arbeiten unmöglich machte, wurdeschon genügend gekennzeichnet. Sie findet in Hcrbeck'S Worten, die dem Ver-fasser in einer — mau weiß nicht zu welchem Zwecke gemachtem — Skizzevorlicgeu, uochmals wahren Ansdruck:

„Wie mich die Erfahrung gelehrt, wird höchsten Orts sowie in der Ocffent-lichkeit niemand Anderem als nur mir die Verantwortung für die Führung desTheaters auferlcgt. Ich habe noch nie gehört, daß Herrn Hofrath von Salzmanuoder Herrn Negierungsrath Eiscnreich ein Vorwurf der weniger günstigen Ein-nahmen wegen traf, wohl aber werden solche Vorwürfe gegen den Directorerhüben. Ich habe wohl die schwere Verantwortung wegen hnnderttanscndcnvon Gulden, nicht aber das Recht nur zehn Gulden zu bewilligen oder zu ver-weigern. Ich stehe nicht im Privatdienstc des Herrn Hofrathes von Salzmanuund des Herrn Negiernngsrathcs Eiscnreich. Wenn daher von diesen beidenHerren eine Geschäftsführung beliebt wird, welche nach meiner innerste» kleber-zeugung cs mir unmöglich macht, die Interessen des k. Institutes zu fördern,so muß ich bitten, mich für den aus solchem Vorgänge entspringenden Schadennicht verantwortlich machen zu wollen."

') Wahrhafter Edclmuth spricht aus folgender, an der Sache nichts ändernden Stelleseines Gesuches: „Nur eine Gnade erbitte ich mir noch, Euer Durchlaucht wollen den HerrenSteiner, Pctcrmann und Telle, die dein Institut treu und aufopfernd gedient, die Remunerationfür das Jahr 1874 huldvoll bewilligen, damit jene Männer meinetwegen, wenn auch nichtdurch meine Schuld, nicht schweren Schaden leiden."