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Postens vor sich gehen könnte. Die Fürstin erwiedertc, das; Hcrbeck zur Pensionirnngzn jung wäre und er in einer anderen Stellung als Künstler noch Ersprießlichesleisten könnte. Sic werde übrigens mit dem Fürsten sprechen, welchem ja dieEntscheidung in dieser Angelegenheit zukomme. Kurze Zeit darauf wurde Herbeckznm Fürsten gerufen, welcher ihn in der liebenswürdigsten Weise empfing undihm für den Fall, als er auf den Posten des Opcrn-Dircctors resiguire, dieErnennung zum General-Musikdircctor, welche Würde in Oesterreich nichtbestand, in Aussicht stellte. Nur, meinte der Fürst, könnten die Bezüge, welcheihm gegenwärtig i» seiner Doppelstellung zukamen, nicht dieselben bleiben,sondern müßten entsprechend redncirt werden. Am 18. März richtete er einGesuch persönlich an den Fürsten, worin er um eine Veränderung seiner Stel-lung in der angedcuteten Weise bat. Der Modus war folgender. Als Directordes Hof-Opernthcaters rangirte Herbcck in die sechste Nang-Classe undbezog eine» diese Classe übersteigenden Gehalt von 6500 fl. und ein Quarticr-geld von 1200 fl.; als Hofcapeltmcister 2000 fl. Gehalt und 500 fl. Ncmu-»eration; als General-Mnsikdirector sollte er in die fünfte Nang-Elasscerhoben, und ihm der dieser Classe znkommende Gehalt ansbezahlt werden. >)In Anbetracht des bisherigen aufreibenden Dienstes bat Herbcck noch um dieZuzählung von fünf Dienstjahren und den damit verbundenen sofortigen Anfallder ersten Qningnennal-Znlage. Alles in allem gerechnet, bedeutete die in Aus-sicht genommene neue Stellung Hcrbcck's einen Entfall von ungefähr 3500 fl.jährlich. Durch welche Wohlthaten wurde dieser „Verlust" aber ausgewogen?Nicht mehr in's Theater gehen zn brauche», das allein schien ihm schon einParadies; alt' der Sorgen los zn sein, welche seit Monaten als schwere Lastauf seinen Schultern ruhte»; eine einflußreiche, rein künstlerische Stellung nun-mehr zn bekleiden: alle diese Aussichten erfüllten sein Herz mit den freudigstenHoffnungen für die Zukunft. Hcrbeck Hütte nach wie vor die kirchlichen Auf-führungen sowie etwaige Hof-Concerte zu leiten gehabt, und wäre ausnahms-weise mit der Dircction von Opern betraut worden, außerdem Hütte er demFürsten Hohenlohe als Nnthgeber i» künstlerischen Frage» beiznstehen gehabt.
So standen die Angelegenheiten in den letzten Tagen des Monates März.In den ersten Apriltagen fand unter dem Vorsitze des Fürsten Hohenlohe imObersthofmeistcramte eine Sitzung statt, welcher Vertreter dieses Amtes, derLeiter und der Kanzlcidirector der General-Intendanz, sowie Herbeck beiwohnten.Auf der Tagesordnung standen die Finanz-Angelegenheiten des Hof-OperntheaterS.Die Sitzung dauerte für Herbcck eigentlich nicht lange. Nach Besprechung einigerVorfragen wurde von einem der Vertreter der General-Intendanz ein pessi-mistisch gefärbter Bericht erstattet, der außerdem durch eine tendenziöse Ziffern-zusammcnstellnng geeignet war, de» Ernst der Lage in einer Weise zu erhöhen,
') Die Besoldung als Hofcapcllnicistcr hätte natürlich zn entfallen gehabt, ebenso dasBenutzungsrecht eines Dienstwagens.