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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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Verbote», in Folge dessen die Armbrust on Stelle der knallenden Büchse trat,was gewisse» Secuen nicht von Nutzen sein konnte. Die über alles mächtige,aber eonsegnent unsinnige Ccnsnr verwandelte den Eremiten in einen „weltlichenEinsiedler" und strich den Samiel ans die „Stimme eines bösen Geistes"zusammen. Als Weber 1822 nach Wien kam, fand er seines Geistes Kind ineinem verzweifelt verluderten Zustande vor. Weigl, der Componist der „Schweizer-fnmilie", welcher die Oper dirigirte, nahm nicht ein Tempo richtig. Die Ouver-türe wurde — nach echter Capellmeistcr-Manicr — durchaus in übereiltemZeitmaße hernntergchudelt, das reizende Duett zwischen Aennchcn und Agathehingegen furchtbar verschleppt, die Arie vom schlanken Burschen nahm Weiglzu schnell, die große Arie der Agathe und das Gebet übereilt, das Terzettfand Weber so „Holter Polter", bei der Romanze war die so überaus drastischwirkende Bratsche weggelnssen, das Finale war bis auf „Kopf und Schwanz"zusammengcstrichen — kurz, Weber war mit der Ausführung bis ans einigeAusnahmen recht unzufrieden. Daß unter solchen Umständen der „Freischütz"in Wien gefallen konnte, war nur der Unverwüstlichkeit der Musik und dertechnisch guten Leistung der Sänger zuznschreiben. Der Componist konnte dieThatsache nicht begreifen. Er ging nun daran, bei der Censnr die Auflassungder widersinnigsten Striche durchzusetzen und die Oper gehörig einzustndiren, sodaß dieselbe am 7. Mürz 1822 unter seiner eigenen Leitung correct in Scenegehen konnte.')

Seit dieser Zeit ging der „Freischütz" durch die Hände vieler Dirigentenund wurde, je nach den Fähigkeiten und dem guten Willen derselben und denTalenten der Darsteller gemäß, besser oder schlechter, aber recht oft gegeben, sodaß er in den Sechziger Jahren schon unter die abgeleierten Opern zählte undin Füllen von Absagen oft unvorbereitet in's Repertoire eingcschoben wurde.

Herbeck bot nun eine Borstellung der Oper, die, obwohl nicht markt-schreierisch als Mnster-Borstellnng angekündigt, abgesehen von einigen nicht zutilgenden Fehlern der Darsteller, doch eine solche im vollen Sinne des Worteswar. Am RenjahrStage 1870 ging der „Freischütz", glänzend ausgestattet undsccnirt, über die Bretter des neuen Opernhauses. Schon der tadellose Vortragder Ouvertüre versetzte das Publicum in eine begeisterte Stimmung. Der Horn-satz im Anfänge, dessen Tempo Herbcck unendlich langsam nahm und dessenerosesnäo und äveröSLöinlo meisterlich herausgearbeitet war, mußte schon diebesten Hoffnungen für das Gelingen des Ganzen erwecken, und in der Thatging die Oper ebenso vorzüglich wie die Ouvertüre. Die Chöre besonderswirkten wahre Wunder. Sehr gut nahm sich die von Herbcck angeordncte Ver-stärkung des Jügcrchores im 4. Act durch weibliche Altstimmen aus. FräuleinEhnn, am ersten Abende etwas unwohl, gab in späteren Vorstellungen dieAgathe mit dem ganzen Aufwand« ihrer glänzenden Mittel. Ihr keusch-inniger

Weber, Lebensbild II. S. 344 ff., 395, 422 ff.