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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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das OffertoriumLeanäe oosli liminn" niedcrzuschreibcn. Auch ciucm Geistliche»des Klosters, von Haasy, dem er sehr zugethau war, schickte er zum Namens-tage ein Offertorium als Angebinde.

In den Augusttagen ging Hcrbeck nach München, um der ersten Auf-führung desRheingold" von R. Wagner bciznwohncn. Cr sah wohl dieGeneralprobe, zu einer Aufführung des Werkes kam cs indes; vorläufig nicht.Bei der Generalprobe machte sich nämlich eine ziemlich glcichgiltige Stimmungdes Pnblicnms bemerkbar. Die Freunde Wagner's schoben die Ursache davonauf angebliche Mängel in der Scenirung, nnd Wagner, hiervon benachrichtigt,verbot dem Dirigenten, Mnsikdircctor Hans Richter, ganz einfach, die Auf-führung zu leite». Richter wandte sich nun, mit Umgehung des ihm VorgesetztenIntendanten, an den König, um einen Aufschub der Borstellung zu erwirken.Der Intendant, welcher schon der vielen Fremden halber eine Ausführungwünschen mußte, stellte darauf dem Könige die Alternative, entweder ihn(Pcrfall) oder Richter zu entlassen. Der König konnte darauf natürlich nurmit einer Entlassung des letzteren antworten 2), nnd man hatte nun keinenDirigenten für das Werk. Perfall wollte dem eben anwesenden Herbeck dieDirektion übertragen, was dieser unter anderen Umständen trotz der Schwierig-keiten, welche eine solche unvorbereitete Uebcrnahme bereitet, gerne angenommenHütte. Allein er, der eben an das Wiener Hof-Opernthcatcr berufen worden war,konnte seine theatralische Thätigkeit doch unmöglich in einer anderen Stadt alsi» Wien beginnen; er mußte daher ablehnc». Herbeck brachte fünf Tagein München zu, bei welcher Gelegenheit er seine Freunde Peter Cornelius undWilhelm von Kaulbach besuchte. Der letztere hatte gerade ein großes Bild,Peter von Arbuez", vollendet. Bevor er es auf die Leinwand brachte, hatteer dasselbe satirisch wie er war -- ans die Mauer eines Klosters, vonwelcher eine Wand seines Ateliers gebildet war, mit Kohlenstrichen genial hin-geworfen. Der Besuch des Ateliers nahm einige Stunde!; in der genußreichsteilWeise in Anspruch.

Nach Wici; znrückgekehrt, übernahm Herbeck sogleich die Geschäfte seinesneuen Amtes. Die Begrüßung, welche ihm bei der Uebcrnahme desselbenthcils anläßlich seiner Ernennung im Juli, theils im Herbste von Seiteder Kritik zu Thcil ward, war beinahe durchwegs herzlich. Der gewaltigeNespect, welchen alle seine bisherigen Leistungen eingcflößt hatten, erlaubteneben nicht gut, einen Zweifel zu setzen in die kommenden. Speidel schreibt:

Herbcck hat unser günstiges Urthcil über ihn nie widerlegt, wir habennie Ursache gehabt, unsere Wohlmeinung zu bereuen. Wie es Leute gibt, denenAlles, was sie anfangen, znm liebeln ausschlagt, unter deren Händen dieschönsten Lebcnstriebe welken und verdorren, so gibt cs wieder andere, dieLeben verbreiten und gedeihliches Wachsthnm erwecken, wo sie nur immer hin-

>) Jahn Mozart I. S. 56 f.

2 ) Neue Freie Presse vom 2. September 1869.