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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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nach Seeon zu Fuß zurückgclegt werden mußte. Das Gepäck wurde von einemBauer auf einem Schiebkarrcn mitgcführt. Nach anderthalbstündigem Marscheerblickten die Wanderer, ans einem Hügel angclangt, das Ziel ihres Marsches.Das ehemalige Kloster Seeon lag ursprünglich ans einer durch eine Brückemit dem Lande oerlmndencn Insel des sogenannten Kloster-Sce's, welcherspäter zu eine»: Damm umgcwandelt wurde. Der See, ans welchem das vicl-hundertfensterigc imposante Gebäude mit der anstoßenden zwcithürmigen Kirchesich erhebt, ist i» ungefähr einer Stunde zu umgehen. Längs des Sce's hinzieht sich die sehr wenig befahrene Poststraße durch das breite, von anmnthigenWaldhügeln eingerahmtc Thal, welches in seiner heiligen Stille so recht dasBild des Friedens bietet. Der erste Anblick des reizenden Erdenwinkels berührteHerbcck in sympathischer Weise. Das romantische Düster, welches den Aufent-halt an manchem Gebirgssee oft unheimlich macht, fehlte hier ebenso wie dasprosaische Einerlei der Ebene. Wenn man den nördlichen Hügel,Weinberg"genannt, bestieg, so lag die ganze lange Kette des bäurischen und salzbnrgischcnHochgebirges zum Greifen nahe vor Augen, und man entbehrte also bei allerBequemlichkeit der mannigfaltigen Ausflüge nicht den Anblick schöner Berge.Die Ankunft der Wandernden erregte nicht weniges Aufsehen. Es war gar znkomisch, eine reisende Familie, die das Gepäck sich im Schiebkarren nachfahrcnläßt, in den Klostcrhof Anziehen zn sehen. Die Badegäste, damals nurneun an der Zahl, waren bald versammelt, um die Angekommcncn zn begrüßen.Der Verwalter des zur Zeit der Kaiserin-Witwe von Brasilien gehörigenSchlosses,Hausmeister" genannt, der zugleich Postmeister war, hieß Linncrund dessen Frau und hübselsc Tochter, Babcttc, beeilte» sich für die Unterkunftder Gaste zn sorgen und erwiesen sich auch i» der Folge als liebenswürdige,zuvorkommende Leute. Jeder Wunsch, den man Herbeck nur an den Angenablas, wurde sofort erfüllt, und da auch die Gesellschaft eine angenehme unddie Verpflegung eine gute und billige war, so fühlte sich Hcrbeck bald derartheimisch in Seeon, daß er beschloß, seine ganze Ferienzeit daselbst zuznbringen.All' die angenehme» Fuß- und Wasserpartien, die pocsievollcn Abende amWeinbergkeller, wo einmal wöchentlich das herrlichste braune Naß stoß, diemunteren Spiele im großen Speisesaale zu besprechen, würde zn weit führe».Erwähnt muß werden, daß Herbcck, der auch in den folgenden Sommern dahinkam, in Seeon gar nichts componirte, wenigstens stammt aus den betreffendenZeitkäufen erwiesenermaßen kein einziges Manuscript.

Ein besonderes Interesse gewann Seeon für ihn durch den Umstand, daßMozart einmal kurze Zeit Gast des Klosters war. Als dieser nämlich 1766von Paris znrückgekchrt war, stattete er dem Kloster, mit dessen Geistlichen einfreundschaftlicher Verkehr bestand, von Salzburg ans einen Besuch ab. BeiTische sprach der Prälat sein Bedauern darüber ans, daß cs an Offertorienznm Bencdictnsfcste fehlte, worauf Wolfgang den ersten freien Augenblickbenutzte, um den Spcisesaal zu verlassen, und, ans eine Fcnstcrbrüstung gelehnt,

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