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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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zählte ungefähr 40 weibliche und 50 männliche Mitglieder. Dieser Körperschaft,deren künstlerische Ausbildung manches zu wünschen übrig ließ, wandte Hcrbeckvor allem sein Augenmerk zu.

Secrctär des Directors war vr. Josef Rank, der sich als Schriftstellerschon einen bedeutenden Namen erworben hatte. In einer Reihe reizenderErzählungen hat er das Volksleben der Deutschen in Böhmen anschaulich undmit poetischer Feinheit geschildert; unter seinen Romanen istIm Klostcrhof",welchen er während seiner Dienstzeit im Theater vollendete, vielleicht der bedeu-tendste. Im Bureau war er der pflichtgctreucste und eifrigste Beamte, dessenHänden Hcrbeck die vielfältigen, oft mißlichen Geschäfte eines Thcater-Secretarsmit Beruhigung anvcrtrant wußte.

Als Opern-Negissenr fnngirte Franz Steiner, ein Mann, für den dieBühne wirklich die Welt bedeutet, der »nr in und mit dem Theater lebt. Dieganzen Personal-Verhältnisse, das Repertoire eines jeden Sängers, jede Sceneeiner jeden Oper hatte er im Gedächtnisse, und in den verwirrtesten Fällenwar Steiner gewiß derjenige, welcher Rath schuf. Durch den steten Contactmit der Theaterwclt hatte er sich eine große Bühncnrontine erworben und dieserUmstand sowohl, als auch seine conciliante aber doch energische Art und Weisemit den Mitgliedern zu verkehren, mußten ihn jedem Director als eine wahrePerle erscheinen lassen. Sehr geschützt als Fachmänner waren noch der Ballet-Regisseur Karl Telle, der Oberinspicient Albert Petermann, dem die Anord-nung der so äußerst wichtigen Bühnenbeleuchtung oblag, und der OekonomGustav Fillis, welchem die Verwaltung des gesummten bewegliche» Materialesunterstellt war.

Die Berufung Herbeck's unter dem Titelzur Theilnahme an der Leitungder musikalischen Angelegenheiten" erfolgte mit Rücksicht ans Esser, welcher zwareinen thätigcn Antheil an denselben nicht mehr nahm, aber äa uomina dochnoch erster Capellmeister war. Bald mußte Esser seiner zerrütteten Gesundheitwegen das Dirigiren gänzlich anfgcben. Von seinem Repertoire übernahmHcrbeck folgende Opern zur persönlichen Direction: Hans Heiling, Holländer,Hochzeit des Figaro, Josef und seine Brüder, Lohengrin, Mignon, Zanberflöte;aus dein Repertoire der Capellmeister Dessoff und Proch: Freischütz, Derschwarze Domino, Entführung, Waffenschmied, Der häusliche Krieg.

Nachdem er sich im Theater einigermaßen umgesehcn hatte, verließ ermit den Seinen Wien, um sich vorerst nach Salzburg, dann nach Prien amChiemsee zu begeben. Er wnßte dort »och nicht, ob er nach dem Aachcnsceoder nach Seeon gehen sollte, ein nördlich vom Chiemsee gelegener Ort,welchen ihm Ludwig Speidel ancmpfohlen hatte. Nach einigen Tagen entschieder sich für letztere». Ein prachtvoller Sommermorgen wurde dazu benützt, umden Chiemsee per Dampfschiff zu übersetzen. In Seebruck, der nördlichenLandnngSstclle, war kein Wagen zur Weiterreise anfzutreiben, so daß der durchschattige Wälder und üppige Fluren hügelab, Hügeln» führende prachtvolle Weg