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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
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Vorstellungen wurde das Orchester non Franz Doppler, dein ausgezeichnetenFlötisten, und Moriz Käßmaher dirigirt. lieber de» an der Spitze der Violinenrühmlich wirkenden Concertmeistcr Josef Hellmesbergcr haben diese Blätterschon so oft ausführlich berichtet, daß er hier »nr der Vollständigkeit halbergenannt wird. Beim Cello saßen Künstler wie David Popper und HeinrichNövcr, der Harfe entlockte Anton Zamarra die süßesten Accorde, das Hornwurde von Richard Lewy und Wilhelm Kleinccke, die Trompete von AdalbertMaschck mit Meisterschaft geblasen, auch die Pauker Ferdinand Weidingcr nndJosef Faistcnberger welch' letzterer auch die Stelle eines Chor-Corrcpctitorsbekleidete behandelten ihre Instrumente als Künstler. Das Orchester, etwasüber hundert Mann stark, ward von Herbeck genau gekannt, da er mit diesemKörper bei verschiedenen Anlässen bereits znsammengewirkt hatte.

In den Reihen dcSSing-Personnles treffen wir viele hervorragende Künstler,so Frau Dustmann, die geistvolle und hochpoctische Darstellerin von Rolle»wie der Donna Anna, Senta, Elisabeth (Tauuhänser), Elsa, und Frau Wilt,welcher unvergleichlichen Eoneertsängcrin leider die für die Bühne so noth-wendige Eigenschaft einer schöne» Erscheinung fehlte. Sie sang Partien wiedie Königin der Rächt vollkommen nach dem Originale und zwar mit einererstaunlichen Kraft und Ausdauer. Fräulein (später Frau) Bertha Ehnn dagegen,welche Hcrbcck gelegentlich der Aufführungen derElisabeth" von Liszt hochschätzen gelernt hatte, war eine der reizendsten Bühncncrscheinnngcn, die mannur sehen konnte. Ihr warmer To» fand rasch den Weg zu den Herzen derZuhörer, und ihr inniges, hochdramatischcs Spiel riß »»willkürlich zur Be-geisterung hin. Sie war selbst im größten Affecte, wie z. B. bei der Darstellungdes GretchenS oder der Julie (inRomeo und Julie") eine Meisterin imMaßhalte», eine Eigenschaft, welche bei Bühnenkünstlern nicht hoch genug zuschätzen ist, schon dcßhalb, weil diejenigen, denen sie mangelt, den Geschmackdes Pnblicums gründlich zu verderben im Stande sind. Frau Amalia Maternastak damals künstlerisch genommen noch in den Kinderschuhen. Einergroße» Beliebtheit erfreute sich Fräulein von NabatinSkh, die neben einer pikantenErscheinung eine glänzende Coloratnr der Stimme besaß. In Fräulein Hcrmincvon Siegstüdt besaß die Oper eine äußerst stimmbcgabtc, aber gänzlich tempera-mentlose Sängerin. Sie sang die schwierigsten Partien, z. B. die Venns imTannhänser", vollkommen corrcct und selbst die höchste» Töne nahm sie stetsglockenrein. In keiner ihrer Rollen vermochte sic jedoch das Publicum zuerwärmen. Durch Fräulein Karoline Tellhcim, welche keine hervorragendenLeistungen anfznwcisen hat, war das sogenannte Spiclfach in entschiedenungenügender Weise vertreten. Fräulein Gindclc wirkte in einigen kleinenPartie» recht gut.

Im Stande des männliche» Sing-Personalcs finden wir Johann Beckmit seiner wuchtigen Baßstimme und seiner intensiven Gcstaltnngsgabc fürRollen, welchen ein dämonischer Charakter innewohnt, wie: Holländer, Helling,