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formen und Ordcnssternen, und mehrere male ward ihm sogar die Ehre zuThcil, Mitglieder des kaiserlichen Hauses begrüßen zu können. Herbcck, der nieein Freund von solchen Gesellschaften im großen Style war, mußte gewisserRücksichten halber einige Soirvcn besuchen, wobei er jedoch stets bedauerte, daßdie Gemalin Dingelstcdt's sich nicht enthalten konntc, den Leuten auf nnangc-nehme Art in Erinnerung zu rufen, daß sic einstens Sängerin gewesen war.Unimns Iroes.
Doch, man müßte ungerecht sein, wollte man sich der Erkcnntniß ver-schließen, daß unter Dingelstcdt's Direktion im Opernthcater vieles besser ward,als es unter Salvi gewesen war. Der Letztere spielte in der künstlerischen Weltdoch nur eine sehr untergeordnete Nolle, während Dingelstedt als Schriftstellerund Btthnenmann einen großen Ruf genoß. Dieser Umstand sowie das stolzeWesen seiner Persönlichkeit verschaffte ihm bald eine Autorität, wie Salvi sicheine solche niemals erringen konntc: die Disciplin, welche gänzlich abhandengekommen war, begann wieder ihre wohlthütige Herrschaft zu üben. WasDingelstedt nicht verstand, überließ er den Fachleuten, und ans seinem Felde,der Scene, wirkte er, wen» auch nicht durch rastloses Arbeiten, so doch durchwcrthvolle Pläne und Andeutungen ersprießlich. Als eine besondere Wohlthaterwies sich die von ihm angeregte Reform des Costümwcsens, welche dasübliche Bajazzo-Gewand verbannte und an dessen Stelle historisch treue Kleidungentreten ließ. Eine Reihe von Opern, wie „Iphigenie in Anlis" von Gluck,„Lncrezia Borgia" von Donizetti, „Der Postillon von Lonjnmcan" von Adamund Weber's „Freischütz" wurden unter seiner Direktion neu sccnirt, und zweivon ihm eingeführte Novitäten: „Romeo und Julie" von Gounod, sowie „Mignon"von Thomas schlugen kräftig ein.
Da ereignete es sich, daß Dingelstcdt's erster musikalischer Nathgeber,Heinrich Esser, gerade jetzt, wo man wegen des neuen Hauses dessen Mitwirkungbesonders bedurft hätte, durch Krankheit sich verhindert sah, seine Thütigkcit inersprießlicher Weise fortznsctzen. Man suchte nach einem musikalischen Netter,und die Wahl fiel ans Herbcck. Dingelstedt soll dabei ein maßgebendes Wortgesprochen haben. Thntsache ist es, daß Herbeck, fast gleichzeitig als Fürst Hohen-lohe ihm den Antrag stellte, am Theater zu wirken, mit Dingelstedt eine Unter-redung hatte, bei welcher dieser den Wunsch, Herbcck an seiner Seite wirkenzu sehen, allen Ernstes zu erkennen gab. Ob Dingelstedt dies ans eigenemAntriebe gcthan hat oder auf einen Wink von oben hi», muß freilich in Fragegestellt bleiben.
Herbcck fand am Theater ein meist brauchbares, großcntheils sogar vor-zügliches Personale vor. Capellmeister waren Otto Dessoff, ein rontinirterTheatcrmnsikcr, der seine Sache mit großem Ernste und künstlerischem Eiferbetrieb und Heinrich Proch, der einst so gefeierte Licdcrcomponist. In Ballct-
y Bgl. die Schilderung „Ein Wiener Salon" von W. v. Hamm, gcsamm. SchriftenI. S. 115 ff.