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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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Das Fest, welches die Wiener Künstler begingen, war kein lärmendes.In einem, in mehrfacher Hinsicht interessanten Briefe an Knnlbach charatte-risirt Herbert die Festesstimmnng: „In de» Straßen herrschte der gleichmäßigeGcschüftSwcrkeltag, nur engere cingcweihte Kreise durchzog eine festesstimmnng,die sich zu, geistiger Anregung entspringender, Heiterkeit und Lust steigerte."Neben den Werken gefeierter Künstler waren, wie dies bei Ausstellungen wohlhäufig vorkommt, auch solche zu sehen, deren Schöpfer noch ganz unbekannteNamen trugen. Unter diese» befand sich auch ein Bild, „Moderne Amoretten"betitelt, von einem Maler, dessen Name man vorher in Wien öffentlich Wohlnie gehört hatte, nämlich von Hans Makart. DnS Werk erregte getheiltcMeinungen, aber entschiedenes Aufsehen. Herbeck schildert in dem Briefe anKaulbach den Eindruck, welchen das Bild auf ihn hcrvorbrachte: „Das wunder-lich erscheinende Gemisch von warmen Farben, Goldgrund, modernen „Gcsichterlu"in Gewändern von mythologischem Nymphenaustrich muthet mich ungemeinpoetisch au." Wer schildert Herbcck's Erstaunen, als Nachmittags beim Fest-mahle ein kleiner junger Mann mit blassen, von einem dichten schwarzen Voll-barte umrahmten Gesichte ganz bescheiden sich Herbeck nähert, sich diesem alsHans Makart vvrstellt und ihm gleichzeitig ein Empfehlungsschreiben Kaulbach'sübergibt. Dieser hochinteressante Brief lautet:

„Hochverehrter Freund!

Der Uebcrbringcr dieser Zeilen ist Herr Makart ans dem schöne» Salz-burg; cs macht mir Vergnügen, diesen Mann Jhnen empfehlen zu könne», daer der talentvollste Künstler ist, der seit langer Zeit ans unserer Akademiehcrvorgegangen ist; derselbe war Schüler Prof. Piloty'S. Er vereinigt mitgenialer Auffassung des Gegenstandes einen bewunderungswürdigen Farbensinn.

Ware eS Jhnen nicht möglich, irgend ei» Mittel zu finden, diesen jungenMann unserer anmuthovollen und gescheidtcn Gönncrin, der durchlauchtigstenFürstin Hohenlohe vorznstellen? Zugleich wäre es wohl auch zu bewerkstelligen,daß Makart selbst seine Bilder der Prinzessin zeigen und erklären würde?

Sie würden mich zum größten Danke verpflichten, wenn Sie sich desjungen Mannes frenndlichst annehmcn wollten!

An die schönen und genußreichen Stunden, die ich kürzlich mit Jhnenhier verlebte, denke ich noch mit Freuden zurück, und ich wollte, es wäre mirvergönnt, Ihnen in Ihrer Heimath meinen Gegenbesuch machen zu können.

Indem meine Frau und ich Sie den Ihrigen aufs Beste zu empfehlenbitten, verbleibe ich, Sie herzlichst grüßend, Ihr ergebener FreundOhne Datum. W. Kaulbach. 2)

y Brief vom 7. August 1868, Anhang S. 79.

-) Dieser Brief ist der einzige, welchen Hcrbcck von Kanlbach, dein nur die unabweis-bare Nothwcndigkeit die Feder iu die Hand zwingen konnte, erhielt. Der Meister war keinFreund des Schreibens und stand bei aller Genialität und aller sich in seinen größtenCompositionen äußernden gründlichen Kenntnis; der Werke der Literatur aller Ländermit der Orthographie nicht am allerbesten Fuße. Eben bei der letzten Anwesenheit Herbcck'sin München verehrte er ihm einen Abdruck seines reizenden, nach dem herrlichen GedichteWalter's von der Bogclwcidc „Unter den Linden" entworfenen Bildes, woraus er die Worte