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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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Herbeck arbeitete viel und leicht. Die musikalischen Themen stoßen ihmso unversehens aus der Feder, und kaum die Halste von dem, was er anslosen Skizzenblättern notirt hatte, wurde wirklich für die „Tanzmomcnte" ver-wendet. Während einer Fahrt nach Graz, welche er in einer AngelegenheitSchnbcrt-Hnttenbrenner am 17. September unternahm, brachte er ein Stück,„Schlaraffenmarsch" überschnellen, zu Papier, das er am 19. September inMaria Schutz wirklich vollendete.') Dieser Marsch bildet die Schlnßnnmmer dernoch immer nngedruckten „Künstlerfahrt". Auch andere Ideen zur „Künstlcrfahrt"befinden sich, unter die Skizzen der „Tanzmomcnte" gemischt, angcdentct, außer-dem enthält das schon ansgeführte Partitnr-Antograph der letzteren zwei Stücke:ein Moderato in v und ein Stück in X-moll, welche vermuthlich, weil dasGanze zu lang geworden wäre, nicht in Druck erschienen sind. Auch die übrigen,aus Maria-Schutz stammenden Compositionen und Skizzen, zeugen von derStimmung, in welche Herbeck durch seine Umgebung daselbst versetzt wurde.Ein Pastorales Mnrienlied: („Marien-Litanei der Hirten") für gemischten Chormit Begleitung einer Oboe, ein Stück voll fromme» Empfindens und andächtigerWärme, dessen erste Takte eine wohl freiwillige Neminiscenz an das Xsprisder bi moIl-Messe bilden, wurde ebenfalls am 19. September vollendet. Zweiandere, mit Tinte skizzirte Lieder, zeugen von dem Bestreben, Originalgcsängeder Wallfahrer, wie solche in dein Gnadenortc ertönten, zur Kenntniß derMitwelt zu bringen. Diese, sowie ein frisches Liedchen „Die Gretcl will tanzen"wurden jedoch nicht weiter ausgeführt.

Im Sommer 1866 arbeitete Herbeck außerdem an der Ausführung derPartitur einer von Schubert blos skizzirten Oper „Der Graf von Gleichen",vollendete diese Arbeit aber nicht. Die Oper, deren Sujet 1822 vom Compo-nisten Eberwein in Weimar musikalisch belebt wurde, 2) nahm Schubert 1827in Angriff. 3) Auf dem Manuskripte des von Banernfeld stammenden Text-buches, dessen Schubert sich bediente, stehen die Worte: „1826 (also das Jahrder Dichtung) von Schubert componirt. Die Instrumentation fehlt. Er starbvor Vollendung der Arbeit." Das Manuskript Schnbert's kam in Herbeck'sBesitz. Es kann wohl nicht mehr als eine Skizze genannt werden, denn nurdie Singstimmen sind wirklich ausgeführt, während von der Begleitung blosder Baß stellenweise angedcutet erscheint. Herbeck bearbeitete die erste Nummerdaraus, einen Männerchor, welcher auf einein einzelnen losgelösten Skizzen-bogen in seine Hand gelangte („Morgengesang im Walde"), ohne zu wissen,daß dieses reizende Tonstück den Eingangschor zu einer Oper bilde. Erst kurz

') Da Herbeck kein Notenpapier bei sich hatte, ninßte er auf gewöhnlichem Schreib-papier erst Notenlinicn ziehen, nm seinen Schaffensdrang zu befriedigen.

2) Eckcrmann, Gespräche III. S. 7; auch wird III. S. 78 eines „beliebten Quartettes"ans dieser Oper erwähnt.

3) Kreißte Schubert S. 558, Nottebohm Katalog S. 258 sagt im Jahre 1827 oder 1828.