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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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wußte ihm für alles das mir wenigen Dank und selbst die Pietät gegen denTobten verletzte sic dem Sohne Herbcck's gegenüber ans eine höchst unzarteWeise.

Der unglückliche Krieg mit seinem unheimlichen Begleiter, der Cholera,verleidete für längere Zeit alles Interesse an anderen, als politischen undvitalen Frage». Wenige Tage vor der Hauptschlacht begab Herbeck sich miteinem Theile der Familie nach dem nahegelegenen Nculengbach, wo in einemeinfachen Bauernhause eine Villegiatnr etablirt wurde. Da jedoch in Folgeder unglücklichen Wendung der Dinge ein Uebergang der preußischen Armeeauf das rechte Donau-Ufer zu befürchten stand, so wurde der Landaufenthaltnach kurzer Zeit anfgcgeben, und Herbeck zog wieder nach dem vorläufig nochsicheren Wien zurück. Nach Eintritt des Waffenstillstandes nahm er aberlängeren Aufenthalt in dem bei Schottwien gelegenen Wallfahrtsorte Maria-Schutz. Er hatte den reizenden Ort in früheren Jahren öfter besucht, und dieherrliche Lage und heilige Einsamkeit desselben zogen ihn derart an, daß ermit Vorliebe an das Project eines längeren Aufenthaltes daselbst dachte. Diesessollte sich nun verwirklichen. Maria-Schutz liegt hoch am Abhange des, dieUmgegend weit und breit beherrschenden, von dort nach aufwärts zu bewaldetenSonnenwendstcincs. Der Ort selbst bestand damals blos ans zwei Gasthäusern,deren eines im Niveau der etwa zweihundert Schritte entfernten zweithürmigcnWallfahrtskirche, das andere ein Stückchen thalabwärts gelegen war. Für dengewöhnlichen Bedarf der Bauern ans der Umgegend hätte wohl ei» Gasthaushingcreicht, allein an den großen Marientagcn, im Gebirge Frauentage genannt,war der Raum, welchen beide Gasthöfe boten, oft unzureichend, um die ausallen Theile» des Landes zusammcnströmcnden Wallfahrer aufzunehmcn. MariaSchutz hat so etwas von einem kleinen Paradiese. Naturschildernngen, wiesolche im Homer und Tasso Vorkommen, reichten kaum hin, das Bild, welchesman von da oben genießt, zu versinnlichen. Unmittelbar zu Füßen eröffnet sichden Blicke» ein kesselartigcs Thal, das, allmälig enger werdend, in eine Schluchtansläuft, in welcher sich die lange Zeile des Marktes Schottwien hinzieht.Diese Schlucht mündet in ein, ans schroff abfallenden Felsen gebildetes Qner-thal. Zwischen den zackigen Spitzen der Felsen hindurch sicht man in weiterFerne zuweilen einen Zug der Semmeringbahn dahinkenchcn, und der weißeRanch, welcher der großbanchigcn Gebirgsloeomotive in dichtem Qualm ent-strömt, und das weithin vernehmbare Schnauben derselben verleiht der Land-

>) Als nämlich der Verfasser dieser Schrift sich wegen Erlangung von Briefen Herbcck'san Frau Schumann wandte, kam dieselbe diesem Ersuchen durch die Uebersendung zweierOriginalbricfc geschäftlichen Inhaltes »ach, indem sic ihrem Antwortschreiben die Bemerkungcinfngtc: „Sie können dieselben behalten, da ich über die Sache noch Contraete besitze." Briefvom 1t. Jänner 1880. D. h. doch mit anderen Worten: „Da ich eben Contraete besitze,so haben die, denselben Gegenstand berührenden Briefe von Herbcck's Hand absolut keinenWerth für mich und Sie können sich füglich die Mühe der Rücksendung ersparen."