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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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Orchestrinmg des am 24. Januar vollendete» ^§nus muß de» darauffolgendenTag ansgcfüllt haben.

Die Feststellung dieser scheinbaren Nebemnnstände ist hier deßhalb außer-ordentlich wichtig, weil dadurch ein tiefer Einblick in die Werkstücke der Phan-tasie eines Künstlers uns ermöglicht wird, der gerade mit diesem durchausgenialen und ursprünglichen Werke sich den Anspruch ans die Lorbeerkrone, wiesic die Stirne unserer großen Meister unvergänglich schmückt, erworben hat.Weil das Werk eine solch' bewunderungswürdige Einheit des Sthles, einesolche Shmetrie der Gedanken, eine solche harmonische Gliederung des organischenBaues anfweist, so kann unmöglich eine andere Annahme platzgrcifen, als daßes dem Schöpfer plötzlich und ganz vor die Phantasie trat, und es in seinemGeiste schon vollendet dastand, bevor er noch eine Note zu Papier gebrachthatte. Daß Hcrbeck die ganze Messe nun nicht sogleich auf's Papier wirft,sondern dies nur thcilweisc thut, sodann zur Ausarbeitung des Vorhandenenschreitet, dabei aber die übrigen Thcile geistig festzuhaltcn vermag, zeugt voneiner außerordentlichen Kraft des Gedächtnisses und einem erstaunlichen Abstrac-tionSvcrmögc». Wie stark das letztere bei ihm ansgebildet war, beweist schondie Thatsachc, daß Herbeck, fünf Tage nachdem er den Schlußstein zu demkirchlichen Werke gelegt hatte, die Jnstrumentirung der 2. Serie der deutschenTänze Schubcrt's vollendete! Unmittelbar darauf beschäftigte ihn die Idee,eine Oper zu componircn. Er war zu diesem Behnfc mit dem, zum Libretto-dichter ein besonderes Geschick bezeugenden Or. Salomon Moscnthal in Ver-bindung getreten, welcher ihm auch das Textbuch zu einer fünfactigcn großenOperPrinz Magnus von Schweden^' (Folknnger") lieferte. Die Angelegen-heit war schon so weit gediehen, daß Hcrbeck eine Abschrift des Libretto'snahm;') trotzdem kam es nicht zur Ausführung des Planes, weil Moscnthal,der ja zu Hcrbeck in freundschaftlichen Beziehungen stand und seinen tadel-losen Charakter daher zur Genüge kenne» mußte, die geschäftliche Seite derAngelegenheit in einer Weise behandelte, die den, in derlei Dingen oftmalshyper-empfindlichen Herbeck derart verletzte, daß er die Unterhandlungen mitdem Dichter jählings abbrach. Ob Hcrbeck als dramatischer Componist Erfolge zuverzeichnen gehabt haben würde, kann nicht ausgesprochen werden; so viel stehtfest, daß ein lebendig-dramatischer Zug in vielen seiner Werke deutlich hervor-tritt. Eben wieder im Eraäo seiner b!-moU-Messe. Von dieser sei noch gesagt,daß sie im strengsten kirchlichen Style gehalten ist. Nicht eine einzige Solostellcist in dem, durch Hoheit der Gedanken und tadellose, polyphone Durchführungderselben ausgezeichneten Werke enthalten. Die Messe wurde am Lichtmeß-tage (2. Febrnar) des Jahres 1866 in der kaiserl. Hofcapelle zum ersten maleaufgeführt. Die von der hauptstädtischen Kritik darüber gefüllten Urtheilc lautenbeinahe ausnahmslos günstig. Selbst Hanslick, der über Herbcck's Compo-

y Dieselbe trägt das Datum 14. Februar 1866.

2) Ein Meisterwerk au und für sich ist schon die Partitur des gesanglichen Theiles-

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