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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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hervorbrnchtc, mag am besten mit den Worte» der Karoline Pichler geschildertsein/) welche sagt:

Ueberhanpt war Alles, was diese beiden Frauen nnd wie sie cs sagten,die höhere Geistesrichtnng, die sich in jeder Aenßeruug, in jedem Nrtheil überBücher, Ereignisse, Gefühle n. s. w. im Laufe der lintcrhaltnng aussprach,ganz geeignet, um jeden Unbefangenen eine Unterredung mit ihnen, selbst ganzvon ihrer hohen Stellung abgesehen, bloö als hochgebildete Frauen, zu einemwahren Genuß zu machen."

Nur gegen das Theater war die Kaiserin, obwohl eine warme Freundinder Musik, durchaus eingenommen. Trotzdem ließ sie einer talentvollen ange-henden Bühnenkünstlerin über Hcrbeck's Bitte einmal eine Unterstützung von120 Gulden zu Theil werden. Ans dergleichen Episoden ist der hohe Gradvon Herzensgute der Kaiserin, aber auch der wohlthatigc Einfluß zn erkennen,welchen die Vermittlerin in solchen Angelegenheiten i» vielen Nichtungen beiHofe auSznüben vermochte. Es war dies die Hofdame der Erzherzogin Sophie,Gräfin Ludmilla Zamohska. In verschiedenen Zweige» der Kunst eine begabteDilettantin/) wußte diese fein gebildete und geistreiche Frau das Vertrauen,welches ihr die Erzherzogin in vollem Maße schenkte, nutzbringend für Kunstnnd Künstler in Anspruch zu nehmen. Da sie die, sich auf das Arrangementder Mnsikabendc beziehende» Aufträge der Erzherzogin entgegen zu nehmen nndan Hcrbeck, entweder mündlich oder schriftlich, zu übermitteln hatte, so ent-wickelte sich bald zwischen ihm und der Gräfin ein lebhafter frenndschaftlichcrVerkehr. Die Programme dieser intimen MnsiUProdnetioncn bestanden meistaus Solonummern, von ausgezeichneten Kunstkräftc» ansgeführt, welche dieErzherzogin gewöhnlich selbst »amhaft machte; die etwa vorkommenden Chörewurden voie Mitgliedern des Münner-Gcsang-Bercincs gesungen. Auch dieLeitung des musikalischen Theilcs eines vfficicllen Festes bei Hofe (am 30.Januar 1864) war, obwohl sie eigentlich dem ersten Hofcapellmeister znstand,demüberzähligen" Vice-Hofcapellmeister übertragen worden. ^)

Die Ueberzähligkeit Hcrbeck's ließ mail aber sonst im vollsten Sinne desWortes gelten, und er konnte daher seine Dienste nur in Fällen von Bene-

tz Pichler, Dcnkw. IV. S. 89 f.

tz Hcrbeck hat zwei Compositionen der Gräfin: ein LiedWeil' auf mir dn dunkles Auge"nnd ein PhantasicstückBeim Vollmond" orchestrirt.

tz Es kamen lebende Bilder nnd ein Theil der OperetteFlotte Bursche" von Suppe,dargcstcllt von Erzherzog Wilhelm, Cavaliercn und Damen der Aristokratie zur Darstellung.Bei dieser Gelegenheit mag auch eines großen Festes im Palais des Fürsten Auersperg imJahre 1865 Erwähnung geschehen, wobei die Leitung und Zusammenstellung des musikalischenTheilcs ebenfalls von Hcrbeck besorgt wurde. Außer den TableausDie zwölf Monate"nndRcisebildcr" kam das LustspielDas hohe 0" von Grandjean zur Aufführung. AußerErzherzog Ludwig Victor, der auch im Lustspiele auftrat, wirkten Herren und Damen ausden Häusern Schwarzenberg, Lichtenstcin, Esterhazy, Trantmannsdorf, Pallavicini, Lobkowitz,Althann, Waldstein, Schönborn, Kinsky rc. re. mit.