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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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Studenten, welchen himnielstürinende antike Sagenstoffe zu freiem Schaffenbegeisterten, als einen Mann wieder, der vor jedem nm eine Diätenclassehoher Stehenden in Deootion erstarb, mit allen jenen aber, welche znr diätcn-classentoscn Gilde der Künstler zählten, in hochmüthigem, barschem Tone ver-kehrte. Daß ein solcher Mann der Benrtheilung künstlerischer Fähigkeitenunfähig war, >) oder wenn er sie auch hätte benrtheilen können, dieselben ihmgewiß nicht maßgebend gewesen wären, ist wohl ans der Besetzung der erstenStellen der Hofcaprlle, wobei er als allmächtiger Kanzlcichcf das entscheidendeWort zu sprechen hatte, deutlich zu ersehen. Das Recht der Anriennität indem einen Falle oder die rein persönliche Willkür in dem anderen waren ihmmaßgebend, Fähigkeiten zählten ganz und gar zu den Nebensachen. So wärealso nach dem System Dräplcr, mit der Zeit auch das unbedeutendste Mit-glied der Capelle znm Chef avancirr, wenn dieses cs nur recht verstandenhätte, dem allmächtigen Hofrathe gehörig zu schmeicheln und in alle seineLaunen sich zu fügen.

Nandhartinger war in der Thal nicht der Mann, das ihm übertrageneehrenvolle Amt gehörig versehen zu könne». Abgesehen davon, daß seine zahl-reichen kirchlichen Compositionen hier wird das Wort Schnmann's, daßFruchtbarkeit ein hervorragendes Zeichen des Genies sei, wirklich zur Chimäre einer künstlerischen Bedeutung entbehren, indem dieselben sich nur seltenüber das Niveau der Mittelmäßigkeit erheben, so können seine directoralenFähigkeiten auch vor der nachsichtigsten Benrtheilung nicht bestehen. Bei derFeststellung des Repertoires der Hofcapelle war Nandhartinger vor allem darangelegen, seiner Componisten-Citclkeit eine gehörige Befriedigung zu gewähren.Die Programme der Hofcapelle ans den Jahren 186266 weisen, wenigeAusnahmen abgerechnet, monatlich eine Messe von Benedict Nandhartingerans. Da der Vice-Hofcapellincister Gottfried Preyer, welcher monatlich einmalDienst zu leisten hatte, von einer ähnlichen Sucht, seinen Schöpfungen Geltungzu verschaffen, befallen war, so sehen wir das Repertoire der Capelle außerdembeinahe in jedem Monate mit einer Messe Prcyer'scher Factur geschmückt. Esblieben also noch zwei, oder wen» ein Feiertag fiel, drei Tage im Monateanderen Componisten rescrvirt. Man sollte nun meinen, daß Randhartiger,wenn er schon dem Drange, sich als Componist hcrvorznthnn, durchaus nichtwiderstehen konnte, wenigstens die übrig gebliebenen Sonntage zu stylvollcnAufführungen der kirchlichen Werke von Beethoven, Mozart, Haydn undSchubert benützt hätte. Nichts von alledem. Schubert, als Kirchencomponist,schien für Nandhartinger einfach nicht zu bestehen, denn der Name diesesMeisters kommt während der Negiernngszeit des Hofcapcllmcisters in demRepertoire nicht vor, obwohl seltsamer Weise gerade er sich ans die persönliche

>) Daß Dräxlcr eine schaue Sammlung »au Haudzeichuungen besaß, kann an dem llr-thcilc über ihn nichts ändern. Vergleiche G- F. Waagen, Knnstdenkmaler in Wien 1867 II.S. 196.

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