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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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Welt keine Zeit fand. Ich schicke Dir selbe nicht znr Erinnerung, denn Dndenkst ja oft an mich sondern als einen herzlichen Gruß aus meiner jetzigenSfäre!"

Dumba nennt eine wohlklingende Tcnorstimmc sein Eigen, und wardamals ein passionirtcr Liedcrsäugcr. Besonders Schubert's Gesänge wurdengemeinsam mit Hcrbeck, der am Claviere saß, mit Vorliebe rwrgeuommeu, undmanche Stunde der Muße floß unter schönen Melodien heiter, sorgenlos undanregend dahin.

Ein anderer gesellschaftlicher Kreis hatte sich Hcrbeck im Hause des ArchitektenHeinrich Ferstel erschlossen. Die Last der Arbeit gestattete Hcrbeck wahrend desWinters wohl keine aufmerksame Pflege gesellschaftlicher Beziehungen. Wahrendder Sommermonate ging dies leichter. Ferstel hatte sich in der Nähe Wien'S,in dem am Fuße des KahleubergeS gelegenen Dorfe Grinzing, eine reizendeVilla erbaut. Von der Terrasse derselben genoß man einen herrlichen Ausblicküber die rebcnrciche Hügelkette, die von der Donau durchschnittene Ebene unddas Hänscrmecr der Stadt Wien. Hier begann, wenn die Sonne hinter denBergen verschwunden war, ein reges Treiben. Freunde des Hauses, meistArchitekten und Maler kamen ans der Stadt um utilia snonnäm dieVortheilc eines Ausfluges mit einem genußreichen Besuche zu verbinden. Dawurde gelacht und gescherzt, und die immer heitere Gattin Fcrstel's selbst standan der Spitze der Lustigen. Wenn der kühle Abend den Aufenthalt ans derTerrasse zu verleiden begann, begab man sich in den Salon, wo sogleich einprächtiger Flügel den nächsten des Clavierspieles Kundigen verlockte, einigeAccorde anznschlagcn, um damit das Signal zu weiteren Knnstlcistungcn zugebe». Musikalisch-mimische Vorstellungen waren da bald ohne viele Probenznsammengcstcllt, denn ingeniöse Köpfe, wie der ausgezeichnete Maler undZeichner Ferdinand Laufberger, den vorzüglich seine nachmalige Gattin, dieschöne Nichte Ferstcl's, an das Haus fesselte, bedurften nicht vieles Aufwandesvon Zeit, um irgend einen zwerchfellerschütternden Mummenschanz in Scenezu setzen. In solchem Kreise mußte Hcrbeck sich behaglich fühlen, denn der geist-vollste Humor paarte sich hier mit jener selten anzntreffenden Feinheit desUmgangstones, welcher wohl alle Fesseln der Convenienz abstrcift, aber jene,von feinfühligen Nature» so streng geforderte Grünze gesellschaftliche» Anstandesstets einhält. Es waren genußreiche Sommcrabende im gastlichen Hanse Ferstcl's,welche neben der Annehmlichkeit eines Geist und Gemüth anregenden Umgangesfür Hcrbeck auch noch den unbestrittenen Vorthcil hatten, daß er im engenVerkehre mit bildenden Künstlern seinen für alles Edle zngängigen Sinn unwill-kürlich jenen Künsten in erhöhtem Maße zuwandte.

Den Monat August verbrachte Herbeck in Salzburg und Fusch. DerAufenthalt in diesem Gcbirgs-Bade restaurirte seine angegriffenen Nerven wiedereinigermaßen. Von dort ans fuhr er seiner von Meran znrückkchrendcn SchwägerinGreincr bis Innsbruck entgegen. Hier erneuerte er die im Jahre 1856 gelcgcnt-