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Alaun, wie man erzählt, mit einem Ducaten in der Tasche ans Makedonienin Wien eingewandert, und fand hier als Lehrling Unterkommen in einemgroßen Bankgeschäfte. Durch nie ermüdenden Fleiß, strenge Rechtlichkeit undpraktischen Geschäftssinn wußte er sich bald das Vertrauen seines Chefs in solch'hohem Grade zu crwerbcu, daß dieser nach Ablauf mehrerer Jahre ihm seineTochter zur Frau gab. Er war dadurch nicht nur ein glücklicher, sondern auchein reicher Manu geworden. Unter solchen Umständen war die Jugend desSohnes eine glückliche. Der junge Mann, welcher an den sogenannten noblenPassionen durchaus keinen Geschmack fand, zeigte frühzeitig einen regen Sinnfür alles Schöne und Edle und damit anch für die zur Darstellung des Schönenund Edlen berufene Knust. Dieser Sinn entwickelte sich, durch Studien undReisen gebildet und geläutert, bald zu begeistertem Kunstverständnisse, das mitden trockenen und etwas veralteten Lebcnsanschaunngen des Vaters in grellemWiderspruche stand. Uebrigens hatte Vater Dnmba sehr vernünftige Lebcns-anschaunngen. Er unterdrückte niemals die schönen Regungen im Herzen desSohnes, aber cs sollte auch niemand von ihm selbst verlangen, daß er seine,durch jahrelanges praktisches Geschäftslcben gewonnenen realistischen Ansichtenändere.
Nikolaus Dumba trat gleichzeitig mit Herbeck in de» Wiener Männer-Gesang-Verein ein (1852), aus welchem er jedoch wieder schied, um sichjetzt, nach mehr als einem Jahrzehcnt, als reifer Mann abermals in dieseVereinigung aufuehmcu zu lassen. Im Herbste 1865 wurde er an Schicrcr'sStatt zum Vorstande des Vereines gewählt. In dieser Stellung wußte erdurch eine hervorragende Rednergabe, einen ehrlichen, stets nach der Sachegerichteten Sinn und ein selbst in den vcrwickcltsteu Angelegenheiten stetstaktvolles Benehmen die Sympathien und die Achtung aller gut Gesinnten zuerringen. Die Annäherung zu Herbeck geschah jetzt rasch und unwillkürlich.Wie herzlich sich der Verkehr zwischen beiden Männern gestaltete, und wieihr ganzes Denken und Fühlen in dem Cultus Schubcrt'S aufging, bezeugtfolgender reizende Zug. Herbeck wollte dem Freunde bei irgend einem Anlässeeine Freude bereiten, und er glaubte dies nicht besser thun zu könne», als daßer Dumba einige unvollendete kleine Schubcrt-Manuscripte zum Geschenkemachte. Die Sendung war von folgenden Zeilen begleitet:
„Lieber Freund!
Soeben erhalte ich folgendes Telegramm. Das Original bleibt in meinenHänden. Für richtige Abschrift bürgt Ihr Sie herzlichst grüßender und aufrichtigergebener I. Herbeck.
Telegramm an Herrn N. Dnmba in Wien — durch Vermittlung Herbcck'szuzustellen.
Mein liebster Nikl!
Da Du einer der Wenigen bist, die cs werth sind ein Blatt von mirzu besitzen, so schicke ich Dir durch meinen Notcnreiscnden ein paar Sachen,die zu vollenden ich während meines kurzen Aufenthaltes auf Euerer lumpigen
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