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Herbeck hinterlies; i» Braunschwcig ein bleibendes Andenken. Sein groß-artiges künstlerisches Wirken, sein sympathisches Wese» blieben im Gedächtnissealler, welchen cs vergönnt war, dieses schöne Fest mitznerleben. Besondershatte er sich die Gnnst der Frauen erworben. „Bei den Männern," schreibtvr. Sommer post kastum an ihn, „thcilen Sie das Reich mit Frl. Bettel-Heim, im Herzen der Damen herrschen Sie ganz allein," nnd Hcrbeck berührtdiesen Pnnct scherzhafter Weise in einem Briefe an die Gattin Fcrstel's'):„Auch versprechen wir hiemit jene Ucbcrrestc unseres heiligen Leichnames,welche von unseren Verehrerinnen in Braunschwcig und Dresden wegen großerEile nicht mehr aufgezchrt werden konnten, in ihrer Ganzheit eigenhändig mit-znschlcppe»!" -)
Das Jubiläum der Wiener Universität^) gab Anlaß zu einer der glän-zendsten Musik-Anfführnngcn, welche Wien vielleicht je erlebt hat. Hcrbeck warvom Rectorate mit dem Arrangement betraut worden, und er setzte einenbesonderen Werth darein, den aus allen Ländern Enropa's znsammcngekom-menen Güsten die auserlesensten musikalischen Kräfte Wien's vorzuführcn. DasEoncert fand am 2. August um 8 Uhr Abends im großen Rcdoutensaalestatt. Einem, ans den Koryphäen der Wissenschaft gebildeten Publicum standenKünstler ersten Ranges als Ausübende gegenüber: Das Orchester des Hof-operntheaters nnd der Wiener Münner-Gcsang-Verei», Frau Dustmann undUr. Gnnz, Hellmesberger und dessen ausgezeichneter Schüler Kranöevioführten das ans Tondichtungen von Beethoven, Mozart, Haydn, Weber undMendelssohn geschmackvoll zusammcngcstellte Programm in vollendeter Weisedurch. Den Höhepnnct des Abends bildete Beethoven's Symphonie in 0-mo11.Ihre tadellose, feurige Durchführung erregte einen Sturm von Beifall. H
Herbcck war es immer sehr daran gelegen, bei besonderen künstlerischenAnlässen seine Freunde in den Reihen der Zuhörerschaft zu wissen. Einen Tagvor dem Univcrsitäts-Eoncerte schrieb er einem neugewonnenen Freunde: „Siekönnen morgen nicht nach Wien kommen? Sie müssen morgen den 2. AugustAbends 8 Uhr im Redontensaale sein; mir liegt daran, daß Sie gerade indiesem Konzerte anwesend seien". ^) Diese Zeilen galten einem warmen undeifrigen Freunde nnd Förderer der Künste nnd Wissenschaften, einem Manne,der durch seine edle» Bestrebungen in Oesterreich, besonders aber in Wienpopulär geworden ist. Er heißt Nikolaus Dnmba. Sein Vater war als junger
y Brief vom 7. August 1865, im Anhänge nicht abgedruckt.
2) Das Deficit im Betrage von circa 3000 Thalcrn deckten Kaufmann Schmidt, Majora. D. von Hollandt, Kaufmann Schade nnd von Voigtländcr freiwillig ans eigener Tasche.
3) Die Wiener Universität wurde 1365 gegründet, die Prager 1348; sic ist die Zweit-älteste deutsche Universität.
y Hcrbeck erhielt ein Honorar von 400 Gulden.
5) Brief im Anhänge nicht abgedrnckt.