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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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Von seinen 4 Opern lassen sich vielleicht die 2 letzten, „Lcnore u. Oedip"ans die Bühne bringen. Die Lcnore wurde in Graz mit dem Lorbeer gekrönt.Die Ouvertüre als die Beste der Neuzeit erklärt, sie ist 4händig im Stiche,ich wünschte sie mit Ihnen zu spielen. Zu dieser gesellen sich 10 Neuere, eineeffektvoller als die andere, ich habe aber nur 2 in Partitur u. Anflagstimmen,die Fehlenden muß ich erst regniriren — Symphonien schrieb Anselm dreh; —einen Schatz besitzt er aber in Schnbert's „H-ino11-Sympho»ie" i) welchewir der großen 6-Symphonie, seinem Jnstrumental-Schwancngcsang, u. jederBeethoven'schen gleichstellen.

Nur ist sie nicht vollendet. Schubert übergab sie mir für Anselm zumDanke, daß er ihm das Ehrendiplom des Grazer Musikvercines durch michüberschickte. 2) Auch besitzt Anselm die Orig. Partitur von Mozarts Berg-knappeu-Symphouie. Ein Mehreres über Ansclm's dreh Neguiem's nnd vielerMessen Nächstens >—

Hochachtungsvoll Ihr baldiger Rekrut

Joseph Hüttenbreuuer.

Was Herbeck nur veranlaßt haben mag, volle fünf Jahre zuzuwarten,bevor er einen entscheidenden Schritt zur Erlangung des Schnbcrt'schcn Fragmentesthat, konnte nicht vollständig aufgeklärt werden. Er bewahrte während dieser Zeitgegen jedermann ein tiefes Schweigen über die Existenz des Werkes, was wohlin dem berechtigten Ehrgeize seine Ursache gehabt haben mag, der erste seinzu wollen, der es dem Publicum vorführte, aber auch in der Furcht, es könntehier ein ähnlicher Fall cintrcten, wie bei der O-Symphonie — daß man dasFragment nämlich in einer anderen Stadt als in Wien zuerst zu Gehörbekäme. Herbeck war zwischen 1860 und 1865 öfters in Graz, kehrte aber inBetreff des II nroll-Fragmentcs jedesmal mit leere» Händen heim. Soviel beidem Umstande, als beide Hüttenbrenner lange todt sind, in Erfahrung zubringe» war, verhandelte Herbeck mit Josef eifrig über die Mittel zur Erlangungdes Manuscriptes, scheint aber von diesem durch allerhand Ausreden ungebührlichlange hingehalten worden zu sein. Bei der übermäßige» Hochschätzung der Talenteseines Bruders ist beinahe mit Sicherheit anznnehmcn, daß er die Herausgabeder Schubert'schen Symphonie gewissermaßen von einer Gegenleistung Hcrbeck's,nämlich Anselm's Werke in Wien zur Aufführung zu bringen, abhängig gemachthat, worauf schon die cigenthümliche Fassung des oben stehenden Briefes deutlichhinweist.

Herbeck konnte sich zu einer solchen That nur schwer entschließen. Hutten-brenner's Compositione» standen seiner Meinung nach nicht auf einer solchenHöhe, daß man es wagen durfte, sie einem durch classische und ausgezeichnete

y Kreißte, Schubert S. 255 f. erwähnt dieser Symphonie, von deren Existenz JosefHüttcnbrenner auch ihm, jedoch viel später als Herbeck, Mittheilnng machte.

y Wie der Grazer Musikverein zn dem Rechte gekommen, bei Ausführungen des Schnbcrt'-schen Fragmentes auf die Programme drucken zu lassen: „Dem Steiermärkischen Musik-Vereine gewidmet" ist unerfindlich- Im Manuscripte Schnbert's ist eine solche Widmungnicht enthalten-