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1864—65 die Summe von 163 fl. 92 kr. repräsentirte, so Hütte Hcrbeck mitHinzurechnung der üblichen Remuneration von 200 fl. ein Betrag von 363 fl.92 kr. flüssig gemacht werden müssen. Nun fand es die Dircction für gut,ihrem Dirigenten blos einen Betrag von 300 fl. anszubczahlcn d. h. mitanderen Worten, die Remuneration wurde in diesem Jahre von 200 fl. ans136 fl. 8 kr., also um 63 fl. 92 kr. herabgesetzt. Herbcck fühlte sich durchdieses Vorgehen derart verletzt, daß er an die Direktion ein Schreiben richtete,')worin er seine Meinung über die Angelegenheit frei und offcnmttthig bekannteund gleichzeitig ans die diesmal herabgesetzte Remuneration verzichtete. Ja nochmehr —, er erinnerte eindringlich daran, daß eS der Gesellschaft frei stünde, ihnnach vorhcrgcgangener Kündigung einfach zn entlassen. Dazu ließ man cs nunnicht kommen, denn die freundschaftlichen Bemühungen Ur. Standhartncr'Sund Eduard Sch ön'S (Engclsberg) brachte» eine», beide Parteien befriedigendenAusgleich zu Stande. Hcrbeck fuhr aber fort, der von der Gesellschaft derMusikfreunde vertretenen Sache mit dem gewohnten Eifer zu diene», wozugerade jetzt sich eine schöne Gelegenheit bot.
Man weiß, daß Schubert ins Grab sank, ja daß Jahrzehnte über seinenfrühzeitigen Tod dahingingcn, ohne daß irgend jemand eine Ahnung gehabthätte, welch' edles Erz symphonischer Gebilde dieser musikalische Schatzgräberans den unerschöpflichen Tiefen seiner Phantasie zu Tage gefördert. Wir wundernuns, wenn cs einem Forscher gelingt, eine längst vernichtet gewähnte antikeStatue auszngrabcn, ja cs werden wohl Laute der Entrüstung darüber ver-nehmbar, wie das Verschwinden eines solchen Kunstwerkes möglich werdenkonnte. Großcnthcils mit Unrecht. Waren es doch meist Kriege oder Natur-ereignisse, deren zerstörender Wirkung Schöpfungen antiken Bildnergcistes zumOpfer sielen, und die nachgckommcnen Generationen darf man wohl nicht ver-antwortlich machen dafür, daß sie nicht beachtet hätten, was sie nie gesehen,nie geahnt, oder was sic doch verloren dünkte.
Wie aber ein Kunstwerk, welches Wohl nicht seiner Gattung nach, aberdoch i» Anbetracht seiner elastischen Schönheit, mit jedem plastischen Gebildedes Altcrthnms einen Vergleich bestehen darf, in einer dicht bevölkerten, im Rufeglühender Mnsiklicbe stehenden Stadt Jahre lang brach liegen konnte, undkeiner Seele cs in den Sinn kam, auch nur einen Versuch zn wagen, diesesWerk zn verdienten Ehren zu bringen, das alles müßte unbegreiflich erscheinen,wenn es eben nicht wahr wäre.
Es ist hier von Franz Schubert's Symphonie in 6-cinr die Rede. AlsRobert Schumann um die Wende der Dreißiger und Vierziger Jahre nachWien kam, da galt sein erster Gang den Gräbern zweier Meister, die er amhöchsten verehrte: Beethoven und Schubert. Und von der Ruhestätte des
y Anhang S. 65 ff.