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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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der, wen» cs galt, seine edelste» Intentionen auszuführcn, stets treu zu ihmstand, der Verein aber einen Mann, der ihm im Laufe der Jahre unschätzbareDienste geleistet hatte. Schierer war ein einfacher Geschäftsmann, ein schlichteraber feingcbildeter, kunstbegeisterter Bürger. Als Herbeck ihm die Idee derErrichtung eines Schubert-Monnmentes mittheilte, bot er ihm zur Aus-führung dieses Unternehmens schaffensfrcndig und selbstlos die Hand. Denvielen administrativen Geschäften der Vereinsleituug oblag Schierer mit demEifer eines pflichttreuen Beamten, und die Vertretung des Vereines nach Außenhin führte er mit Geschick und Würde, ohne jemals dabei seine Person in denVordergrund zu drängen. Wenn in langen Sitzungen der Vereinsleituug dieFunetionäre schon ungeduldig zu werden begannen, was nicht selten geschah,so verstand es Schierer trefflich, ihre» Eifer zur Erledigung der noch übrigenGeschäfte auzusporneu, und er war gewiß immer der letzte, der seinen Postenverließ. Am 22. Februar fand in der Kirche zu St. Karl in der Vorstadt Wiedendie Leichenfeier statt. Herbeck's mächtiger Wahlspruch tönte ihm als letzterSüngergruß in's Grab nach. Herbeck kehrte tief erschüttert erst spät am Abendvom Friedhofe zurück.

Im Frühling 1865 erfuhr Herbeck's Lebensweise insoferne eine Aende-rung, als er seine bisherige Wohnung am Stock-im-Eiscnplatze gegen einegrößere und schönere in dem unweit davon gelegenen Trattnerhofc vertauschte.Obwohl die alte Wohnung mehrere Mißstände anfwies, so gab Hcrbcck die-selbe doch nur deshalb auf, weil für den Frühling 1866 die Demolirnng derganzen, zwischen Grabeugassc, Goldschmiedtgassc und Schustergäßcheu gelegeneHüusergruppe geplant war. Der Trattncrhof (eigentlich Trattnernhof, heuteGraben 29) ist ein in mehrfacher Beziehung interessantes Gebäude. Seit1273 stand an der Stelle desselben der Hof des Bisthums Freisiug'), unddas Haus, welches, wie eine alte Abbildung zeigt, durch allmälige Zubaute»den Anschein einer ganzen Hüusergruppe erhielt, hieß bis zu dem 1776 erfolgtenUmbaue deshalb noch immer Freisingerhof. Von da an wurde es nach seinemBesitzer „Trattuerischer Frehhof" genannt. 2) Für das sociale Leben der Residenzhatte das Gebäude deshalb ein Interesse, weil sich in demselben das, alleGesellschaftskreise vereinigende Casino befand, in welchem die einheimischen undfremden Zeitungen auflagen, wo gespielt, getanzt und mnsicirt wurdet) Einesder bekanntesten und im alten Wien reuvmmirtestcn Gasthäuser, das nun überhundert Jahre besteht, „Zur großen Tabakspfeife" benannt, befindet sich heutenoch in dem in der Goldschmiedgasse gelegene» Theile des Trnttnerhofes;während das Casino im ersten Stockwerke die elegante Welt vereinigte, trafen

>) Weiß, Geschichte der Stadt Wien 1872 I. S. 158.

2) Weiß, Geschichte der Stadt Wien II. S. 192.

(De Lnca) Wiens gegenwärtiger Instand nnter Joseph's Regierung. Wien 1787.S. 39 f. Mozart gab 1784 in diesem Casino 3 Abonnements-Coneerte. Jahn Mozart I.S. 725 f.