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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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Seitdem die Pflege der Musik nicht mehr das ausschließliche Privilegium hoherHerren blieb, sondern allmülig zu einer Sache des Volkes ward, war freilichvieles besser geworden. Eine eigentliche Vereinigung zum Betriebe elastischerMusik wurde in Brannschweig erst im Jahre 1863 unter dem Titel eincsVereines für Concertmusik von dem Kaufmaune Adolf Schmidt und vr. HansSommer gegründet. H Der Verein veranstaltete jährlich 12 Concerte, derenProgramme sowohl aus klassischen Stücken, als auch aus modernen Compo-sitionen zusammengestellt waren.

Herbeck, welchem nicht viele Zeit zur Verfügung stand, der aber doch einegelungene Aufführung seiner Symphonie bieten wollte, hatte Abt gebeten, dasWerk vor seiner Ankunft einmal durchspielcn zu lassen. Er selbst hielt sodannzwei Proben ab, worauf er sich rasch nach Dresden begab, um einer Sitzung desAusschusses des allgemeinen deutschen Sängerbundes beizuwohnen, in welcherdie Abhaltung eines Säugerfestcs in Dresden für's nächste Jahr bestimmtwurde, und kehrte sogleich wieder nach Braunschweig zurück. Am Vormittagedes 27. September hielt er noch die Generalprobe, und Nachmittags fand dasCouccrt unter Abt's Leitung statt. Das Programm war folgendes:

Beethoven, Ouvertüre zu „Lconore".

Mendelssohn, Concert sO-molI) für Pianoforte und Orchester.

Jadassohn, Phnntasiestttck op. 31, Nr. 2.

Weber, kolaeea brillauts, instrnmentirt von Liszt.

Herbeck, Symphonie unter Leitung des Eomponisten.

Frl. Magnus, königl. schwedische Kammervirtuosin, welche die Ctavier-stücke vortrng, fand so lebhafte» Beifall, daß sie sich gezwungen sah, Chopin'sbrillanten ^s-äur-Walzcr znzngebeu. Herbeck hatte daher mit seiner darauf-folgenden Composition einen etwas schwierigen Stand. Nichtsdestoweniger warder Erfolg entschieden ein günstiger. Das Publicum zeichnete ihn mit lebhaftemBeifalle ans, welcher noch dadurch erhöht wurde, daß das Orchester ihn miteinen: feierlichen Tusch ehrte. Herbeck's Werk wurde als hervorragend befunden,und unser Gewährsmann sagt, daß es von einer Beherrschung aller Kunst-formen zeuge und eine meisterhafte Behandlung des Orchesters anfweise.^

Vollkommen befriedigt von de» künstlerischen Erfolgen, die er in Braun-schweig errungen, kehrte Herbeck nach Wien zurück, wo ihn die vorbereitendenArbeiten für die Wiedergabe des „Judas Maccabäus" von Händel und derBeethoven'schen V-Meste erwarteten.

Der Münncr-Gesang-Verein inaugurirte die Saison mit einer Liedertafelam 12. November, wobei Herbeck's Kärntner Lied „O Diandle" einen epoche-machende» Erfolg errang H und Tags daraus folgte „Judas Maccabäus" im

y Chrysandcr, Jahrbücher II. S. 318.

2) Jahresbericht des Wiener Männcr-Gesang-Vcrcincs 1864 S. 53.y Deutsche Rcichszeitung, Brannschweig I. 1864 Nr. 268.y Jahresbericht 1864, S. 9.