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hindurch gearbeitet hatte: cr schnob die Vorrede zu der von ihm veranstaltetenGesammtausgabc Schubert'schcr Chorgesnnge. Es ist bekannt, wie barbarischkleine und kleinliche Geister mit dem geistigen Vermächtnisse großer Männeroft verfuhren. Die Anslassuugssüuden sind wohl noch die geringsten, welcheman an großen musikalischen Werken zu begehen in der Lage ist, am schädlichste»wirken Schleudcrhaftigkeit beim Abschreibcn und in der Drucklegung und dieVerbesscrnngssucht. Was an Mozart in dieser Richtung gesündigt wurde,hat uns Otto Jahn getreulich erzählt, und auch der Verfasser dieses Lebens-bildes befindet sich in der Lage, an geeignetem Orte hierzu einen Beitrag zuliefern. Der unwissentlichen Verstümmlung Schubcrt's sollte nun durch dieVeranstaltung einer authentischen Gcsammtausgabe seiner Chorgesüuge vorge-bcugt werden, welche überdies angesichts dev zunehmenden Verbreitung seinerCompositionen zur Nothweudigkeit geworden war. Wer war der geeignetsteMann, dieses Werk zu vollbringen, als Herbeck, der begeisterte Verehrer undtiefe Kenner Schubert's? So unterzog er sich der mühevollen Aufgabe, dievon der Verlagsfirma Spina hergestellten Correeturbogeu nach den Original-Manuscriptcn, deren Beschaffung an und für sich schon große Mühe verursachte,zu revidire». Daß Herbeck dabei mit der größten Pietät zu Werke ging, ver-steht sich wohl von selbst. In der Vorrede sprach er es übrigens noch deutlichaus. Am Schlüsse rief er aber den Säugern begeistert zu: Singt Schubert,Schubert und abermals Schubert! Diese Worte fanden Widerhall in dentausenden von deutschen Sängcrherzeu. Die ungeheuere Verbreitung der Herbeck'-scheu Schubert-Ausgabe bezeugt dies, beweist aber auch, wie »othwendig siewar. Um diese Zeit hat Herbeck auch den Clnvicranszug des „Lazarus" beendigt,für diesen erhielt cr vom Verleger Spina ein Honorar von 150 fl. und fürdie Schubert-Ausgabe 200 sl.
Im September unternahm Hcrbcck eine Reise nach Brannschweig, umeiner Einladung des Dirigenten des dortigen Concert-Vereines, Franz Abt, seine3. Symphonie zu dirigireu, Folge zu leisten.
Braunschweig ist eine sehr musikalische Stadt. Schon seit dem 18. Jahr-hunderte ward der Tonkunst unter Aegide des Hofes eine hervorragende Pflegezu Theil. Freilich hat es den Anschein, als ob die Kunst hier, wie in denmeisten kleinen deutschen Residenzstädten, weniger um ihretwillen selbst gepflegt,als vielmehr oft blos als ein Mittel zur Vermehrung des äußeren Glanzesbetrachtet wurde. Als der junge Spohr im Jahre 1803 an den BraunschweigerHof kam, fand er, daß bei den wöchentlichen Hofconcerten Karten gespielt wurde.Um nun die Aufmerksamkeit der Spieler nicht allzusehr von ihren Karten abzu-leuken, befahl die Herzogin dem Orchester, immer piano zu spielen, und alsein stärkeres Spiel oft nicht zu vermeiden war, ließ die besorgte Frau einendicken Teppich unter das Orchester breiten, damit der Schall gedämpft würde. 2)
>) Siehe Anhang S. 111 fs.
2) Spohe Selbstbiagraphie I. Bd, S. 11.