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mehr dir Rede von dieser Berufung. Die in dieser Angelegenheit an Perfallgerichteten Briefe >) zeichnen Hcrbeck's Charakter in so treffender Weise, daßsic eines Commentars füglich entbehren können. Ein schöner Zug seines uneigen-nützigen Charakters machte sich bei dieser Gelegenheit aber darin geltend, daßer über die Berufung nach München, welche mancher dazu ansgebcntethaben würde, das Institut, dem er diente, in eine Zwangslage zu versetzen,um schließlich daraus einen materiellen Vortheil zu ziehen, gegenüber niemanden:außer seiner Familie auch nur ein Wort verlaute:: ließ. Ebenso schön zeigt sichsein Charakter in folgendem.
Als der Klagenfurter Männer-Gesang-Verein ihn: die Einladung über-mittelt hatte, die Gesammt-Chöre bei den: in: Sommer 1864 zu veranstaltendenGesangsfeste zu leite::, nahm Herbeck dieselbe nur unter der Bedingung an,daß dadurch nicht etwa ein älterer Künstler gekränkt würde. Das von ihm aus-gestellte Programm der Gesammt-Chöre, in welchen: der Kunst- und Volks-gesang vertreten und sowohl der religiösen als patriotischen Richtung Rechnunggetragen ist, entsprach Hcrbeck's, durch Erfahrung gewonnener Ueberzengnng,daß bei Massenproduktionen breite, mächtige und ungekünstelte Gesänge diegrößte Wirkung üben. 2 ) An: 25. Juni verließen die Wiener Sänger mit Herbeckan der Spitze die Residenz und langten an: folgenden Mittag in Klagenfnrtan. Das Festeoneert, welches wegen Mangel eines entsprechenden Locales in: Hof-ranme des Landhauses stattfand, verlief in glänzender Weise. Leider trat schonnach der vierten Nummer ein solch' heftiger Platzregen ei», daß zur Fortsetzungder Production der städtische Wappensaal in Anspruch genommen werden mußte,welcher Zwischenfall begreiflicher Weise einige Mißstimmung erregte. Dafür herrschtebeim Festcominers in: Gasthofe „zun: Sandwirth" die ungetrübteste Festfreude.Herbcck, gleich bei seinen: Erscheinen mit donnernden Hochrufen begrüßt, lauschtedort nun mit Andacht und Begeisterung den von dem ausgezeichneten Kärntner-Quintette des Klagenfurter Vereines vorgetragenen heimatlichen Liedern undempfing in dieser ihn: unvergeßlichen Stunde die Idee, deren Fruchtbarmachungihm in kurzen: in so ausgezeichneter Weise gelang: Kärntner Volkslieder fürMännerchor zu harmonisiren. Während des Vortrages der Sänger hatte ersich die Melodie sanunt einigen Accorden jener Lieder, die ihn: an: meistenznsagten, mit Bleistift notirt; nach Wien znrückgckehrt, schritt er bald an dieArbeit.
Die an Melodien reichen Volkslieder ans Kärnten waren vorher kaumüber die Grünzen des Landes gedrungen. Wohl war schon in den FünfzigerJahren eine von Baron Herbert heransgegebene Sammlung solcher Liedererschienen, die Hanslick als die „erste und einzige Sammlung der deutschen
>) Anhang S. 59 ff.
2 ) Brief vom 24. Mai 1864, Anhang S. 59.
0 ) Mittheilnng des Herrn vr. Gnstav Traun, nachmaligen Vorstandes des Vereines inKlagenfnrt.
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