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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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rcsnltate recht löbliche Schülerproductionen, nie und nimmer aber Concerte genanntwerden durften! In wenigen Jahren war der Zweck vollkommen erreicht nnd eswird von den Leistungen des Singvercines in diesen Blättern mehr als einmaldie Rede sein. Hier mag noch des besonderen Umstandes Erwähnung geschehen,welch' bedeutenden Einfluß die Heranziehung der Frauen zu einer, hanpsüchlichelastische Musik pflegenden Vereinigung ans die musikalische Bildung undGeschmacksrichtung eines Volkes im allgemeinen ausznüben vermag. Alanweiß, wie jämmerlich so viele Mädchen in der frühesten Jugend mit Clavicr-und Gesangsunterricht geplagt werden. Ist nun ein solches Mädchen endlichim Stande ein Liedchen leidlich zu singen, ein Clavierstück nett vorzutragen,so ist die Zeit ihrer Verehelichung in der Regel auch nicht mehr ferne. Wennaus den: Backfisch einmal eine Hausfrau geworden, dann betrachtet sie dasClavier als äußere Salonzierde oder höchstens als ein Mittel, der Langweileeiner Abendgesellschaft wirksam zu begegnen. Um eine regelrechte Pflege derMusik kümmern sich wenige Hausfrauen. Wie ganz anders wird es aber umdie Pflege dieser edlen Kunst in einen: Hanse stehen, dessen Gebieterin einemmusikalischen Vereine angehört! Abgesehen davon, daß sie allmälig mit denbesten Erzeugnissen der elastischen Literatur vertraut wird, müssen voraus-gesetzt, daß der Leiter des Vereines Verständnis; und Knnstbegeistcrung besitzt dein Sinne der Frauen sich unwillkürlich die besten musikalischen Grund-sätze einprägen, Grundsätze, welche die Frau bei einigem Verständnisse für Kinder-erzichnng mit Leichtigkeit in das empfängliche Gemüth der Kinder verpflanzt. Hier-durch ist der Bildung des musikalischen Geschmackes ungleich mehr gedient, als durch

das stundenlange lieben ans - nota Iwiiö verstimmten Clavieren.

Wien erfreute sich nun mit einem male des Besitzes zweier Institute, welcheauf die Förderung des musikalischen Geschmackes und der musikalischen Erziehungvon heilsamen Einflüsse sind. Die Singakademie hat im Concertleben Wien's stetseine untergeordnete Rolle gespielt, obwohl gleich im Anfänge ihres Bestehensvorlaute Stimmen ihre Aufführungen als das Höchste priesen, was ans demGebiete des ConcertwesenS in Wien geleistet wurde. Die Folge hat gelehrt,welch' eine geringe Berechtigung solchen Urtheilcn innewohnte.

Noch vor Eröffnung des Singvereincs trat Hcrbeck am 25. April imInteresse des Vereines auf seine eigenen Kosten eine Reise nach Prag, Leipzigund Berlin an. Herbeck schien hauptsächlich den großen Berlagsfirmen Besucheabgcstattet zu haben, um sich über den Stand der Literatur für gemischtenChor genau informiren zu können, da ja die Lager der Wiener Musikalien-händler der Erzeugnisse auf diesen: Gebiete ziemlich baar waren, u. zw. ausdem begreifliche,: Grunde, weil ein Absatz vorher nur in spärlichen: Maßestattgefnndcn hatte.

An: 5. Mai 1858 hielt Hcrbeck den ersten Nebungsabend mit den: neuenSingvereine ab. Ein altitalienischer Chor nnd mehrere Lieder von Julius