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dings spärliche — Quelle des Broterwerbes düukle. Als im Jahre 1864 seinefinanzielle» Berhältnisse einen solch' erfreulichen Aufschwung nahmen, das; er diewenigen Privatleclionen, welche er noch ertheilte, anfgeben konntc, seufzte ererleichtert und erfreut auf. „Es ist dies das erste Jahr", schreibt Herbeck anseinen Freund Pcrsall, „in welchem ich meinen idealen Wunsch, keine Lcctionen
geben zu müssen, verwirklicht sah." und speciell dieses Lehrjahr berührend:
„Ich habe mich während meiner ans freiem Antriebe aufgegebenen einjährigenProfessur am hiesigen Conscrvatorinm im Jahre 1858 überzeugt, das; mir dasProfessor sein durchaus ungesund ist, nnd ich lebe viel zu gerne, als daß ichin jungen Jahren von dieser schönen Erde abfahrc» möchte. Damit soll nichtgesagt sein, daß ich dem Lehren absolut abhold wäre, aber anssuchen mußman sich's können nnd außerdem halte ich ans Conscrvatorinms-Drcssnr nichtsehr viel; cs ist schauerlich, daß die Componisten, Sänger, Clavierspieler rc.sogleich in ganzen Compagnien abgcrichtet werden — müssen."^ Dagegen trugsein Wirke» als Leiter des Singvereincs die herrlichsten Früchte.
Die Berbindliehkeite», welche Hcrbeck mit der Uebernahmc der Chormcister-stellc erwuchsen, waren: die Aufnahme und Prüfung der Mitglieder hinsichtlichihrer musikalische» Kenntnisse, wobei Herbert stets mit der strengsten Unparteilichkeitzu Werke ging; die Leitung der wöchentlich einmal abzuhaltenden Ucbunge»,wobei hauptsächlich die für die Gesellschafts-Concerte bestimmten Stücke einzn-stndiren waren; die Leitung der selbständigen Chöre in den Gesellschafts-Concerte»und der öffentliche» Prodnctionen des Singvereincs; Studium und Directio»der Aufführung eines Oratoriums in jeder Saison.
Am 16. April 1858 wurde Herbeck den Mitgliedern der ehemaligen „Chor-übnngen" von dem Vorstände des neuen Singvereincs, Advocatcn 1)r. JosefBauer, 2 ) als ihr nunmehriger Dirigent vorgestellt. Das war nun allerdingsnoch nicht der Singverei», mit welchem Hcrbeck die schwierige Aufgabe derAufführung einer 1)-Mcsse von Beethoven und so vieler anderer grandioserWerke siegreich bewältigte. Der Hanptstamm der Chorsänger bestand ansSchülern und Schülerinnen des Conservatorinms, für welche noch einige Zeitdie Pflicht aufrecht blieb, dem Singvereinc als Mitglieder anzngehören. Herbcck'sBestreben war nun dahin gerichtet, musikalisch gebildete Männer nnd Frauenans de» besten Kreisen der Wiener Gesellschaft für den Verein zu gewinnen,und dadurch denselben nach und nach von jenen, eben noch immer einer syste-matischen technischen Schnlnng bedürfende» Elementen des Conservatorinmsunabhängig zu machen. Das neue Institut sollte ja eine Vereinigung kunst-begeisterter, gesanglich vollkommen ansgebildeter Leute zum Zwecke der Erzielungtadelloser Mnsikausführnngen, nicht aber eine Gcsangschnle sein, deren Erziehnngs-
y Brief vom Juni 1864, Anhang S. 60. Charakteristisch ist, daß Hcrbeck diejenigen,welche das Gerücht in Uinlanf sichten, er sei znni Direktor des Conservatorinms bestimmt,„nicht als seine F-rcnndc" bezeichnet. Ans der vorliegenden Skizze eines an eine Zeitungs-Redaetion gerichteten Schreibens Herbcck's.
2) Hcnte vr. Ritter v. Bauer, Stellvertreter des Landinarschalls von Ricderöstcrrcich.