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am Schlüsse gerufen, ein für eine Symphonie (u. b. für eine neue, von einemlebenden Eomponistenj nicht gewöhnlicher Erfolg. Die guten Freunde ereifernsich, schimpfen nach Möglichkeit und ärgern sich gelb und ich werde meinenWeg hoffentlich doch glücklich durch eigene Kraft zurücklegcu, und mir das Zieldoch nicht zu hoch gesteckt haben."
Die Aufnahme des Werkes von Seite des PublienmS war also einezufriedenstellende, wenn auch nicht übermäßig warme. Der Kritiker Speidel sagtunter Hinweis auf die kühle Aufnahme, die sogar Werken wie Schumann's undSchubcrt's O-Symphonien bei der I. Aufführung in Wien zu Theil ward:„weniger Beifall wäre bedenklich gewesen, mehr Beifall Hütte stutzig machenmüssen." Ein ausländisches Blatt versuchte es dagegen, den Eindruck vonLangweile, welchen die Symphonie auf das Publicum hervorgebracht haben soll,festzustellcu. Herbeck ward durch diese Notiz zu einer, vermuthlich nicht in Druckgegebenen Entgegnung veranlaßt, welche in kaum leserlichem Concepte vorlicgt.Er fühlte sich überhaupt in früheren Jahren häufig veranlaßt, auf Zeitungs-artikel, welche Unwahrheiten enthielten, zu rcplicircu. Ungünstige Urthcilc derPresse empfand er sehr schmerzlich. Einmal gefragt, ob ihm denn an dem, wasdie Zeitungen über seine Leistungen schrieben, etwas liege, meinte er: „Ichweiß freilich ob ich's gut gemacht und ob ich'S hätte besser machenkönnen, aber das Publicum hält sich immer an das gedruckte Wort. Davormuß man Respect haben"! 2 ) Das stimmt ungefähr mit dem überein, was Lenauschreibt: „Wir wissen recht gut, wo uns der Schuh drückt, besser als es unsirgend ein Reccnsent sagen kann." Beinahe unbegreiflich bei einem großenManne ist aber Meudelssohn's Aensserung über diesen Punet: „Nicht dasglänzende Lob in der ersten Zeitung freut Einen so sehr, als Einen der ver-ächtliche To» in einem Schmicrblatt verdrießt." >)
Diese Aufführung hat also den unmittelbaren Anstoß zur Ernennung desso überaus fähigen jungen Dirigenten zum Leiter des zu gründenden Singvcreinesgegeben. Gleichzeitig erfolgte seine Ernennung zum Professor der Männergcsang-Schule am Conservatorinm der Gesellschaft. Die pecuniüre Entschädigung, welcheihm für beide Functionen zu Theil ward, war keine glänzende: sein jährlicherGehalt als Chormeister des Singvcrcincs betrug 420 fl. C. NN., jener, welchen erals Professor bezog 350 sl. C. Ai. Als Chormeister plagte er sich gerne für dengeringen Lohn, denn, neue Kräfte aufzusuchen, znsammcnznfügcn, zu einem gemein-samen Streben zu begeistern, das war sein eigentliches Element. Hingegenerachtete er das Brot des Lehrers als das sauerste, welches er in seiner Laufbahnje zu verdienen gezwungen war, indem er zum Lehrer durchaus keinen Berufin sich fühlte. Er übernahm diese Stelle auch nur, weil sie ihm eine — aller-
') Wiener Zeitung 2t. März 1858.
y Mittheiluug des Herrn Dr. Eduard Kulte.
y Schurz Lenaus Leben I. 176.
y Devrieut Erinnerungen an Mendelssohn S. 33.