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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
73
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Conecrte", welche Nicolai leitete, sind auch durchgehend geschmackvoll und derWürde eines, die elnssische Musik pflegenden Institutes entsprechend znsammen-gcstellt. Außer Beethoven's Shinphvnicn (nur die I. wurde nicht gespielt) brachteNicolai die Ouvertüren zu Egmont, Coriolan, Oberon, Sommernnchtstranm,Mclnsina, Struensee und die Egmont-Mnsik mit verbindendem Texte, gesprochenvon Anschütz, zur Aufführung. Es ist geradezu unbegreiflich, daß die Gesellschaftder Musikfreunde durch die edlen Bestrebungen und schwungvollen Leistungendieses Concert-Jnstitutcs sich nicht im mindeste» zuneuen Thatcn" anfgestachelrfühlte! Nieolai, welcher, wie Berlioz bedauernd berichtet, viele Feinde in Wienhatte, dirigirte die Concerte bis zum Jahre 1847. Sein Abgang von Wienwar für diese Unternehmung, wie für das Musikleben Wicn's überhaupt, eingroßer, schwer ersetzbarer Verlust. Im folgenden Jahre, in welchem das Knnstlcbenin de» Lärm der Revolution anfging iutar arm» sikvirt Nusua und ebensoin den Jahren 1850 und 51 fand nur sc ei» Eonccrt der Philharmoniker statt,daun trat eine Panse von 4 Jahren ein. Der mehrere Jahre hindurch alsDireetor der Wiener Hofoper thatig gewesene Capellmeister Karl Eckert über-nahm sodann die Leitung der Conecrte bis zum Jahre 1857, worauf abermalseine Panse bis 1859 eintrat. Von dieser Zeit angcfangen gingen die Lebens-pnlsc dieses Institutes regelmäßig.

Wir müssen nun zu de» weiteren Schicksalen der Gesellschaft der Musik-freunde zurückkchren. Im Jahre 1850 wurde der 22jnhrige Josef Hcllmes-bcrger mit der Leitung der Conecrte betraut, welcher die Mängel, an welchendas Institut litt: eine sichere, leitende Hand und ei» mit künstlerischemGeiste znsammengestelltes Programm, bald erkannte. Schon die Thatsache, daßder neue Dirigent im ersten Conecrte am 1. December 1850, welches er probe-weise leitete, Schnbert's große O-Shmphonie vollständig brachte, gab Zcugnißvon dessen energischem Willen, mit Jahrzehnte, hindurch genährten Vornrtheilengründlich zu brechen. Am 30. November dirigirte Hellmesberger zum erstenmale als artistischer Direetor der Gesellschaft der Musikfreunde. Der Aus-übung dieses Amtes stellte sich hauptsächlich die Schwierigkeit entgegen, daßdas Institut nicht über genügende Geldmittel verfügte, um die Auslage» fürdie nöthigen Proben bestreiten zu können. Und gerade waren Proben, zahlreicheProben nvthwcndig, um Programme, wie sic Hellmesberger anfstclltc, cxactdurchführen zu können. Ein Blick in dieselben genügt, daß mau die Ucbcr-zengung gewinne, wie sehr Hellmesberger bestrebt war, die Fehler seiner Vor-fahren im Amte wett zu machen und dem Wiener Publicum die bedeutende»Erzeugnisse auf dem Gebiete der neuere» musikalischen Literatur vorzuftthrcn.Unter seiner Direetiou wurde das Repertoire der Gesellschafts-Conecrte mit werth-vollen Werke» bereichert, von welchen hauptsächlich zu nennen sind: Mendcls-sohu's 4. Symphonie und das Loreley-Finale, Gade'sErlkönig'S Tochter",Liszt's symphonische DichtungenIss xrvluäös", Schumann's tl-äur-Sym-phonie (1854) das erste Werk dieses Meisters, welches die Gesellschaft