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4. Satzes nicht ausrciche; an der unsinnigen Gepflogenheit jedoch, die Sätzeeiner Symphonie dnrch eingelegte Variationen oder Arien zn trenne», hieltman eben auch hier fest. Mit Mendelssohn, der in England nnd Deutsch-land schon einen wohlverdienten großen Ruf genoß, trat die Gesellschaft endlicham 17. Mürz 1839 durch die Aufführung des „Paulus" vor die Ocffentlichkeit,nachdem kurz vorher drei Musikfreunde: Sonnleithner, Vesgue von Püttlingennnd F. Klemm ans eigene Kosten im Saale der Gesellschaft die erste Aufführungdieses Werkes zu Staude gebracht hatten.
Von einer regelrechten öffentlichen Pflege Mendelssohn's war in Wienübrigens noch lange nicht die Rede, und Robert Schumann kam gar erst spätan die Reihe, ja, wie sich an geeignetem Orte später ergeben wird, blieb esHerb eck Vorbehalten, den beiden Meistern durch erste würdige Aufführungenvieler ihrer Werke volle Anerkennung zu verschaffen.
Der Einfluß der immer häufiger auftrcteudeu Virtuosen machte sich auchin den Programmen der Gesellschafts-Concerte geltend. Es traten, außer vielenanderen, Thalbcrg, Lacombe, ja sogar Leopold von Mayer als Gäste der Gesell-schaft ans. Leiter der Gesellschafts-Concerte waren bis 1838 Baron Lannoy,Klemm, Holz, Kirchtehner, von da ab fast ausschließlich I. B. Schmiedl, imJahre 1849 abwechselnd Grutsch, Preyer, Georg Hellmesbcrgcr. Das Jahr 1850muß als ein entschiedener Wendepunkt in der Geschichte der Gesellschaft bezeichnetwerden. Bevor jedoch die weitere Entwicklung derselben zur Besprechung gelangt,soll hier noch anderer Erscheinungen ans dem Gebiete des CoucertwesenS gedachtwerden. In erster Linie verdankt Wien den im Jahre 1830 gegründeten „Spiri-tuelconccrten" die Vorführung vieler bedeutender Orchesterwerkc. Waren dieseAufführungen ebenso wenig musterhaft wie jene der Gesellschaft der Musik-freunde, so muß hauptsächlich das Bestreben dieser Unternehmung gelobt werden,das Publicum mit den Werken Becthovcn's vertraut zu machen.
Die Spirituelconcerte fanden im RevolutionSjahre 1848 ihren Abschluß.Ein anderes Coueert-Unternehmen, welches heute noch florirt, kam im Jahre 1842zu Stande. Die Mitglieder des Hofopernorchcsters bildeten nämlich einen Con-ccrtverein, an dessen Spitze sie Otto Ricolai, den Componisten der Oper „Dielustigen Weiber von Windsor", welcher damals Capcllmeister am Kürntnerthor-Theatcr war, stellte». Man kann wohl mit Recht behaupten, daß dieser fein-gebildete, einen ausgezeichneten Ruf genießende Musiker der erste, mit hervor-ragenden Dirigentenfähigkeiten begabte Mann war, welchen die Wiener alsLeiter eines Conecrt-Jnstitntes bleibend in ihrer Mitte sehen durften. Berliozbetrachtete Nicolai als einen der ausgezeichnetsten Orchestcrdirigentcn, denen erim Leben je begegnet und als eine» jener Männer, deren Einfluß genügt, umeiner Stadt den Stempel musikalischer Vortrefflichkeit aufzudrücken, wenn manihnen nur jene Elemente zur Verfügung stellt, deren sie benöthigeu, um ihrKönnen und ihre Einsicht zu bezeugen.') Die Programme der „Philharmonischen
') Berlioz Neiuoiros, II. p. 190 k.