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grcnnmm findet sich ein Concert, in welchem ein größeres Stück für zwei Flötengespielt wurde, ja dieses zarte Instrument war noch in den Vierziger Jahrenin Wien so beliebt, daß beispielsweise der Schwager Hcrbeck's, Moriz Greiner,der dasselbe spielte, drei Flötcn-Dilettanten anfzntrciben vermochte, welche indessen Wohnung mit ihn: sich zu einem gefühlvoll säuselnden Quartett zu-sammenfanden, bis der Affe Greiner's, indem er in der unverständigen Be-friedigung seines Nachahmungstriebes dessen Flöte zerbiß, diesen musikalischenZusammenkünften ein Ende bereitete.
Das Jahr 1830 ist in der Geschichte der „Gesellschaft der Musikfreundeder österreichischen Kaiserstaaten" — wie der offizielle Titel lautete — dadurchein merkwürdiges, daß dieselbe in diesen: Jahre den Grundstein zu einem eigenenHanse') legte. Der Bau, welcher in: folgenden Jahre vollendet wurde, kostetedie für die damalige Zeit rcspcctable Summe von 120.000 fl. C. M. Am4. November 1831 fand die Einweihung des Hauses statt, zu welcher Feier Grill-parzer einen Weihegesang gedichtet hatte, der von Franz Lachner in Musikgesetzt wurde. Mit diesem Tonstücke begann das Eröffnungs-Conccrt. Die folgendenNummern waren: Ouvertüre von Mosel, Concert-Variationen von Herz, Chormit Arie von Rossini. Mit Ausnahme des Gesanges von Lachner, welcher alsdeutscher Musiker von dem Rechte des Lebenden Gebrauch machte, indem er zueiner solchen Feier das Seine beitrug, 2) war wohl keine der Nummern würdig,in dieses Programm ausgenommen zu werden. Daß man die Namen Beethoven,Mozart, Haydn bei einer solchen Gelegenheit einfach ignoriren zu dürfenglaubte, zeugt nicht etwa von grober Taktlosigkeit: solche Thatsachen beweisen,daß diejenigen, welche das große Wort in künstlerischen Dingen damals führten,ihre Aufgabe ganz und gar verkannten. Der neue Saal war nunmehr der Ort,wo die, mit jeden: Jahre sich mehrenden Virtuosen eine gemüthliche Stätte fürihre Knnstleistnngen fanden. Die großen Concerte, deren Physiognomie in denJahren 1830—40 kein sonderliches Fonschrciten zum Besseren verräth, fandennach wie vor im großen Redontensaale statt.
Doch, ein Versuch, Franz Schubert, den Symphoniker, zur Geltung zubringen, muß als ein günstiges Vorzeichen einer anbrechenden neuen Zeit mitVergnügen verzeichnet werden. Es ist hier die Aufführung des 1. und 2. Satzesseiner großen Symphonie in 6 am 15. September 1839 gemeint. Das Schick-sal dieses Werkes wird an anderer Stelle genau besprochen werden, und essoll hier nur mit Wohlbehagen constatirt sein, daß man in Wien endlich einenschüchternen Anlauf nahm, eines der vielen Werke dieses Genius einer geradezuunwürdigen, gänzlich unverdienten Vergessenheit zu entreißen. Warum man nurmit 2 Sätzen vor die Öffentlichkeit zu treten sich wagte, mag seinen Grundin der Erkcnntniß gehabt haben, daß der zur Verfügung stehende mittelmäßigeConcert-Apparat zur Bewältigung der technischen Schwierigkeiten des 3. und
>) Stadt, Tuchlaubcu dir. 558, genannt „zum rothcn Igel".
-) Lachner war Cnpcllincister am Kärntncrthor-Theater.