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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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nichtsnutzig, dnß mir geistlich zn Mnthc wurde und ich mich wie ein Theologunter ihnen anSnahm." ') Die früheren Annalen der Gesellschaft wissen oonFranz Schubert wenig zu berichten. Der Meister eomponirte eine Symphoniefür die Gesellschaft, welche ihmals Zeichen der Dankbarkeit und Achtung,nicht als Honorar" einen Ehrensold von 100 sl. votirte. Schnbcrt's Liederwurden wohl öffentlich und besonders in knnstliebenden Privatkreiscn zn seinenLebzeiten »och gesungen, allein zn einer richtigen Würdigung seines Geniuskonnten weder einzelne Personen, noch die Gesellschaft der Musikfreunde sichverstehen. In den Concert-Progrnmmen findet man stellenweise ein Vocalgnartettoder eine Ouvertüre Schnbcrt's, seine großen symphonischen und Chor-Schöpfungen aber wurden in Wie» noch lange nach seinem Tode gar nichtoder schlecht zn Gehör gebracht, so daß von einem nachhaltigen Eindrücke der-selben ans das Publicum die Rede nicht sein konnte. Hat doch Schubert kurzvor seinem Lebensende noch die Kränkung erfahren müssen, daß die Gesellschaftdie Aufführung seiner großen O-änr-Symphonie mit der Begründung ablehute,daß das Werknuansführbar" sei! 2 )

Außer den classischeu Symphonien wären von bedeutenden Werken, mitwelchen die Gesellschaft das Publicum in dem Zeitraum 182030 bekannimachte, noch zn nennen: Beethoven,Meeresstille glückliche Fahrt" undE. Al. v. Weber,Jnbelcantate". Ein schüchterner Versuch, einen Theil vonBeethoven's neunter Symphonie vorznsühren, muß hier des Breiteren erwähntwerde», weil er das geschmacklose musikalische Treiben jener Zeit treffend kenn-zeichnet. Beethoven hatte die Symphonie schon im Jahre 1824 zum ersten malein Wien aufgeführt, nun wollte die Gesellschaft den hin gegangenen Meisterdadurch ehren, dnß sie am 16. Dccember 1827 de» ersten Satz und das Scherzodieser Symphonie spielen ließ. Diese theilweise Vorführung wäre nun allerdingsnicht zu tadeln, im Gegenthcile, man kann das Bestreben, lieber zwei Sätzecorreet wicderzugcbc», als das ganze Meisterwerk mit seinem grandiosen Chorfinalezn Schanden zn spiele» und zu singen, nnr löblich nennen. Allein wie mandie zwei Süpe vorführte, darin liegt etwas Empörendes. Alan trennte dieselbennämlich als ob eine solche Dosis herrlicher Musik, auf einmal eingenommen,Schaden bringen könnte indem man eine Arie von Paccini und Violin-Variationcn von Mayseder dazwischen cinschob!

Violin-Variationcn, überhaupt Variationen waren damals ungemein beliebt.Eine flüchtige Durchsicht der Programme überzeugt uns, daß es wenige Gescll-schaftS-Concerte ohne mindestens einem Potpourri oder Variationen ans der Violine,dem Cello oder der Flöte gab. Die Mode des Flötenspieles, wie Göthe'sWahl-verwandschaften" und Schiller'sKabale und Liebe" (O unglückseliges Flöten-spiel!") bezeugen, eine Mode der sentimental angeblaßten letzten Jahrzehnte des18. Jahrhunderts, war in Wien noch recht üppig im Schwange. In den Pro-

tz Mendelssohn Briefe, Leipzig 1870. S. 35.tz Kreißte Schubert, S. 303 und -145.