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Secretärs Ignaz Franz Mosel, welchem später bei den Hoftheatern eine her-vorragende Stellung eingcränmt ward. Vielseitige Bildung und das Talent,ans verschiedenen Gebieten sich hervorznthnn, kann den: Alaune nicht abge-brochen werden. Er bearbeitete Händcl's Oratorien für Conccrt-Aufführnngen,componirte wohl selber manch' hübsches Stückchen und versuchte sich ab undzu auch als Dichter. In einer großen Oper „Salem" H brachte er Ideen :1 inRichard Wagner znm Ausdrucke, ein Werl, welches Spohr^) als das Lang-weiligste bezeichnet, was er im Leben je gehört. Znm Protector der Gesellschaftwurde der als ausgezeichneter Musiker und großmüthigcr Freund Beethovcn'sbekannte Erzherzog Rudolf ernannt; er hatte, wie die Protectorcn der „Soeietät",das Amt der Vertretung der Gesellschaft am kaiserlichen Throne. Außer demProtector fnngirtc noch ein Präses, welcher gewohnhcitsgemäß bis in die letzteZeit aus den höchsten Adelskrcisen gewählt wurde. Eine der nützlichsten Ein-richtungen der Gesellschaft war die Ehorübnngsschnle für ihre ausübenden Mit-glieder, welche am 3. December 1815 in dein eigentlichen ersten Gesellschafts-Concerte mitwirkte.
Das Programm desselben war folgendes:
Symphonie in I) von Mozart,
Große Arie von Nighini, gesungen von Fanny Ollivier,
Roncisnn brillant in V von Hummel für Clavier und Orchester, vorge-tragen von Joh. Hugo Worzischck,
Chor ans Händel's „Athalia",
Ouvertüre zur Oper „Faniska", von Cherubim,
Finale des 1. Actes der Oper „Cesare in Farmacnsa" von Salieri.
Der Leiter dieses Conccrtes war der Rechnungsrath — die Gesellschaftschien ihre Dirigenten mit Vorliebe ans bnreankratischen Kreisen geholt znhaben — Vincenz Hanschka, ein Man», der sich um die Constitnirung derGesellschaft und später als Nechnungsführer und Cassier derselben verdientgemacht hat. Hanschka war ein ausgezeichneter Cellospicler, 3) außerdem verstander das im vorigen Jahrhundert sehr beliebte, heute gänzlich außer Gebrauchgekommene Baryton, eine Art von Viola cli Zamba, meisterlich zu handhaben.Von ausgezeichneten Dirigcntengaben desselben besitzen wir aber keine Zeugnisse.Die Gesellschaft gab jährlich vier Prodnctionen: theilweisc Oratorien, thcilweisekleinere, gemischte Concerte. Anfangs fanden dieselben im kleinen kaiserlichenNedontcnsaale statt, als dieser sich jedoch bald als ungenügend erwies, wurdensie in den unmittelbar anstoßenden großen Nedontensaal verlegt. Die Männer,welchen die künstlerische Leitung der Concerte übergeben war, wechselten beständig
>) Salem, lyrische Tragödie in 4 Urten von Castelli, Mnsik o. I. F. Mosel gelangteam 5. März 1813 im Kärntnerthor-Theater znr ersten Anfjührnng.
2 ) Spohr, Selbstbiographie. I. S. 194 f.
y Diese Eigenschaft trng ihm in der „Lndlamshöhle" den Namen Greif von am Katzen-darm ein. Castelli Mein. II. S. 198.