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Meister befähigte/' — so urtheilt ein College über ihn') — spielte, nochbevor er öffentlich in Wien anftrat, am 26. November in der „Aurora",welche eine Art von f»s primao noetw ans alle fremden Kunstkräftc zn besitzenschien, n. a. anch das „Gcister-Trio" von Beethoven. „Das ist einmal,"schreibt Herbcck"darüber, „ein reproducircndes Genie, so muß Beethoven gespieltwerden, um die Nute zn fanatisiren!", später als Winterbcrger öffentlich nuf-tritt: „Das ist ei» Genie, der Kerl weiß de» Bccthoveu'schen Ton zu treffe»,wie vielleicht kein Zweiter!" und gelegentlich seines Vortrages der Bcethoven'-schen ^8-änr-So»ntc: „ganz außerordentlich — welch' mystische Welt!"
In eine mystische Welt ließ Hcrbcck selbst sein Auditorium blicke», alser am 31. December den „Gesang der Geister über den Wassern" i» einemEoncerte des Mäuucr-Gesaug-Vereiucs ansführte. „Ich feiere damit" berichtetHcrbcck, „einen vollständige» Triumph. Kann ei» Ereigniß in den Vcrcins-prodnctioncn genannt werden. Wird nach stürmischem Aplaus wiederholt." DieBedeutung dieses Tages war freilich eine größere, als Hcrbcck damals ahnenkonnte. Mit der erste» Aufführung des Geistcrgesangcs war nämlich der Anfangzn einer allgemeinen Verbreitung der Schubert'schcu Chorschöpfnngen gemacht.Langsam aber stetig fanden all' die herrliche» Tongebilde, welche Hcrbcck an'sTageslicht gezogen hatte, den Weg nach jenen Städten, wo deutscher Gesanggepflegt wird. Freilich klagt Herbeck noch nach Jahren darüber, welche Gleich-giltigkeit die deutsche» Männer-Gesang-Vereine den Schöpfungen Schnbcrt'sgegenüber an den Tag legen. „Welcher Wust von Poesie und Originalität!"schreibt er an Bönicke, 2) „Wer hat je Größeres, Bedeutenderes für Münuer-gcsaug geschrieben? lind es gibt leider noch 1000 und 1000 Vereine, die diesenGiganten nur dem Name» nach kennen!"
Vom 15. Jänner bis 28. Februar 1858 arbeitete der Verein fleißig andem Studium mehrerer Stücke aus Schnbcrt's Oper „Fierrabras", welcheebenso wie der Geistergesaug als Novität gelten konnten, und mit deren Auf-führung Hcrbcck eine» glücklichen Wurf that. Das an tausend Seiten umfassendeMannscript der Oper vollendete Schubert in dem Zeiträume vom 23. Mai bis26. September 1822. Das Textbuch war bereits für die Aufführung im Kürutncr-thor-Theater censnrirt, aber verschiedener Verhältnisse halber unterblieb dieselbe,"')ja cs kam überhaupt zu keiner sccnischcn Darstellung des „Fierrabras". Liszthatte zwar den Plan gefaßt, die Oper am Weimarer Hofthcater aufznführenZ)ließ cs aber beim Plane bewenden. Einige Jahre »ach Schnbcrt's Tod führtedessen Bruder Ferdinand Bruchstücke der Oper dem Publicum vor. Mendels-sohn führte die Ouvertüre am 10. Juni 1844 durch die philharmonische Gesell-
y Hans von Biilow, Nene Zeitschrift für Mnsik, 15. Bd. S. 3.
y Brief vom 19. April 1861, Anhang, S. 55.
y Kreißle, Schubert S. 291 f. n. 321.
y Hanslick, a. d. Concertsaal. S. 149. Kreißte weiß davon nichts.