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Skizze Krcißle'S ") mit Bleistift unterstrichen. Sei» Leibclavierspieler unter de»Wiener Künstlern wnr Julius Epstein, dessen durchwegs klares, von allenPirknosenmanieren freies Spiel, dessen geistvolle Auffassung ihm besondersznsagte »ad ihn manchmal geradezu entzückte. Einst, als ihn dasselbe eben ineine solche Stimmung versetzt hatte, eilte er ans Epstein zu und frng ihn, ober noch einige Stunden in der Woche frei hätte, er möchte ihm gerne einenSchüler ancmpfehlcn. Als Epstein wissen wollte, wie der Schüler heiße, soantwortete Herbcck nach einigem Zögern: „Wenn man Sic spielen gehört hat,so kommt einen ordentlich die Lust an, Elavierstnnden zu nehmen. Ich selbstwill Ihr Schüler sein." Epstein lachte über diesen Einfall herzlich, und eSblieb, wie eS bei dem Mangel an freier Zeit bei beiden nicht anders zuerwarten stand, beim guten Willen.
Epstein war auch Gast der „Aurora". Dort spielte er häufig mit AdolfLorenz (heute k. k. Landesgcrichts-Rath), der eS eigentlich nur dem Umstande,daß er die Kunst nicht als Broterwerb treibt, zu verdanke» hat, häufig nochDilettant genannt zu werden, während seine Meisterschaft auf dem Elavierihn zur Führung des Titels Künstler vollkommen berechtigt, häufig vierhändig.Auch sie verschmolzen in eins, wenn sie zusammen spielte». Ilm dieser beidenKünstler willen fand sich Herbeck veranlaßt, zwei kleine Clavicrstücke zu componiren und sie in der „Aurora" von Epstein und Lorenz vortrngcn zu lassen.Es waren dies zwei Märsche im Schubcrt'schen Styl, der erste in II-molI,der zweite, anläßlich der Erstürmung Scbastopol's durch die Engländer, „Triumph -marsch" znbenannt, in v-ckur: die einzigen von ihm für Elavier geschriebenenStücke. -)
Hcrbeck, der strenge» Rhythmus, durchgeistigte Auffassung und weichenAnschlag beim Clavierspielen viel höher schätzte, als all' die blendenden Kunst-stücke der meisten Virtuosen, dachte über diese letzteren eonform mit Goethe:„Ueberall ist es das Individuum, das sich herrlich zeigen will, und nirgendstrifft man auf ein redliches Streben, das dem Ganzen und der Sache zu liebesei» eigenes Selbst zurücksctztc." Daß er wohl anch technische Leistungen zuschützen verstand, wenn sie nicht Zweck, sondern Mittel der Darstellung sind,und wenn er sic mit künstlerischem Empfinde» gepaart vorfand, bezeugte erdurch die Verehrung, welche er Künstler», wie LiSzt, Bülow und Tanssig zollte.Im Herbste 1857 ließ sich eben in der „Aurora" ein Clavicrspielcr hören,dessen Leistungen ihn aufrichtig entzückten. Es war dies Alexander Wiuterberger.
Winterbergcr, welcher anch als Organist Hervorragendes leistete, undder die letzte Feile als Pianist vom Meister Liszt erhalten hat, dessen „Vir-tuosität ihn zur Lösung der schwierigsten Aufgaben elastischer und romantischer
') Kreißte, Schubert, eine biographische Skizze, S. 42.
2 ) Der Marsch iu 14-iuoll gelangte, von Ed. Kremser wirkungsvoll iustrumcutirt, ineinem Gcsellschafts-Conccrte 1878 zur Aufführung.
3) Eckcrmauu Gespräche I. S. 209.