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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
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Verein eben auf einer Süngerfahrt nach Dornbach begriffen wäre. Er machtesich daher sogleich dorthin ans den Weg und begrüßte die überraschten Sänger.In der nächsten Bcreinsttbnng erstattete er aber ax tomporo eine» genauenBericht über seine bicrwöchentlichc Reise, welcher mit großem Beifalle ausge-nommen wurde.

Im soeialen und künstlerischen Leben Wien'S spielte damals die Gesell-schaftAurora", welcher Herbeck als artistischer Leiter angchörte, eine bedeu-tende Rolle. Diese Bereinigung war oon dem, als Dichter und Schriftstellerbekannten Beamten der Kaiser Ferdinand-Nordbahn Karl Nick gegründet wordenund hatte sieh einen, durch künstlerische Aufführungen veredelten, geselligen Ver-kehr znm Zwecke gesetzt. Die Versammlungen fanden vom Novembcr angc-fangen bis April an jedem Donnerstage statt, und die bedeutendsten künst-lerischen Kräfte der Residenz, sowie beinahe alle i» Wien anftretenden fremdenVirtuosen waren Theilnchmcr an denselben. >) Daß die Prodnetionen diesesVereines echt künstlerische waren, und mit dem, besonders in späteren Jahrenin derlei Kreise» sich breit machenden unfähige» Dilettantismus nichts gemeinhatten, dafür bürgen wohl die Reihen glänzender Namen, deren Träger dieans den besten Kreisen Wicn's gebildete Zuhörerschaft durch Vortrüge ent-zückten. Wenn die Namen Anschütz, Sonnenthal, Gnbillon, Mcixncr, Haitzinger,Sccbach, Walter, Franz Wild, HcllmcSbcrger, Dnstmann, TitjenS, Olc Bnl,Scrvais hier Erwähnung finden, so ist damit der Charakter jener Prodnetionenim allgemeinen wohl hinreichend gekennzeichnet. Die Reihe der Knnstlcistnngeneinzelner Personen wurde durch Symphonie» und kleinere Orchesterstttcke, welcheein von Herbeck znsammengestclltes und dirigirtes Orchester in der Stärke von2040 Alaun execntirte und durch Vorträge von Mitgliedern des Männcr-Gcsang-Vercines abwechslungsreich unterbrochen. Die Begleitung der Lieder-vortrüge besorgte Herbeck meist selbst. Da er Elavicr spielen nie eigentlichgelernt hatte, so erscheint es ganz natürlich, daß seine technische Fertigkeit ansdiesem Instrumente eine äußerst geringe war. In intimem Kreise bereitete seinweiches Spiel, besonders wenn er sich in Phantasien am Clnvierc erging, denZuhörern einen erhebenden Genuß; öffentlich spielte er, außer wenn es galt,ein Lied zu begleiten, nie. Dari» war er nun Meister. Wie bei einer feinenMosaikarbeit sich die einzclnen Steinchen ineinanderfttgcn, so fügte» sich seineAecordc dem Gesänge an, und wenn er einen Sänger, wie beispielsweiseWalter einer ist, am Elavicr begleitete, so verschmolzen die Leistungen beiderin ein Ganzes zusammen.

Die Art und Weise," schreibt Schubert MS Salzburg an seinenBruder,wie Vogl singt und ich aceompagnire, wie wir in einem solchenAugenblick Eins zu sein scheinen, ist diesen Leuten etwas ganz "Neues, Uner-hörtes." Herbcck hat bezeichnend genug diese Stelle in der Biographischen

Diese Müthciümgen Verdanke ich znm größten Thcile dem seither verstorbenen Karl Nick.