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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
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ladnng ließ cr für dm Abmd des 10. J»li erflicßcn. Eine wörtliche Wieder-gabe derselben möge, da sic de» Gcisterchor betrifft, hier am Platze sei».Sic kantet:

Nachstehende Herren werden frcnndlichst ersucht, sich behufs einer Lese-probe äußerst interessanter Novitäten, worunter ein gänzlich unbekannterEhor von Franz Schubert Manuskript!!! um 6 Uhr Abends, Freitag denlO. Juli in meiner Wohnung, Stock im Eisen Nr. 623, 3. Stock rechts,gefällig versammeln zu wollen.

Hochachtungsvoll I. Herbeck."

Unter den Geladenen befand sich der nachmalige Vereins-EhormeisterRudolf Wcinwnrm, der spätere Vorstand Schierer, die Tenoristen 1)r.Gunz und Ur. Olschbaner, der Bassist Ur. Panzer n. a. m. Das Locale,wo der wunderbare Gesang zu neuem Leben erstehen sollte, befand sich ineinem, nun nicht mehr bestehenden Hause, welches im Jahre 1866 mit einerganze» Gruppe von Gebäuden niedergelassen wurde. Der im Ccntrnm derStadt, in unmittelbarer Nähe des Stephansdomes gelegene Stock-iim Eisen-Platzzählt heute noch zu den Merkwürdigkeiten Wien's wegen eines i» einer Mancr^-»ische des Hauses dir. 1080 stehende» Baumstammes, dessen Holz aber unter dentausenden hinein getriebenen Eiscnnügeln kaum mehr sichtbar ist. Einer Sagenach soll nämlich jeder HandwcrkSburschc, der nach Wien kam, einen Nagel i»den Baumstamm cingcschlagen haben, welcher Gebrauch sich so lange erhielt,bis kein Fleckchen mehr das ursprüngliche Holz zeigte. Gegenüber diesem Hansemit dem merkwürdigen Baume dehnte sich eine Gruppe von ungefähr zwanzigHäusern ans, welche einen Theil des Stock-im-Eiscn-Platzes, der Grabengasse,der Goldschmicdgasse und zwei enge finstere Gäßchcn, nämlich das Schlosser-und Schustcrgüßchen, bildete. Die enge Passage in der Grabengassc war desgroßen Wagen- und Mcnschcnverkehres halber oft uupassirbar, während dasSchnstergäßchen des Nachmittags meist mit zerlumpten Weibern und Kindernangefüllt war, welche dort warteten, bis die Ucberrestc aus der Küche des inder Nähe befindjichen Rcisenlcitner'schen Gasthauses, das Herbeck mit Vor-liebe zu besuchen pflegte, unter ihnen vertheilt wurden. Wenn Herbeck umdie Mittagsstunde das Gäßche» passirte, dann wurde er von den Armen,welche sein gutes Herz kannten, oft förmlich umringt, so daß cS ihm Mühekostete, sich loszumnchen. In dem von Herbeck bewohnten Hanse befanden sichdie Niederlage» des Zuckerbäckers Gerstncr und des Hof- und Feld-ApothekersPleban. Die Zimmer seiner Wohnung hatten die Aussicht thcils ans dieStraße, theils in den engen Hofraum. Ein Schreibtisch, welcher von einemwüste» Durcheinander von Papieren bedeckt war, ein Clavicr, Fabrikat derFirma Jahn in Wien, ein Ruhebett, auf dem Herbeck des Nachts schliefund mehrere mit Mnsikalien angefüllte einfache Küsten bildeten die nicht ebenüppige Zimmereinrichtung. In diesem Raume erklangen am 10. Juli zumersten male die unwiderstehlich schönen Accorde des Geistergesanges. Herbeck

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