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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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gäbe desselben an einem guten Erfolge nicht fehlen. Hcrbeck wurde vomPublicum hervorgernfe» und betrachtete den Tag, an welchem er einen soschönen Doppelersolg feierte, als einen wichtigen Tag seines Lebens.DieBahn" schrieb er nieder,ist mir, wie ich glaube, gebrochen!"

Die Prodnctionen des Männer-Gesang-Vereines nahmen im Jahre1857 ihre» Anfang mit einer beimSperl" in der Lcopoldstadt abgc-haltenen Faschings-Liedertafel. Dieser VcrgnngnngSort erfreute sich in Wieneiner gewissen Berühmtheit. Durch eine lange Reihe von Jahren drängte sichdort die ,j6nnes86 civriw zu, manchmal wohl die Grünzc» der Anständigkeitüberschreitenden Faschingsvergnügnngen zusammen, und mancher junge Wienermag dort diekostbarsten" Stunden seines Lebens zngebracht haben. Alljähr-lich im Frühlinge aber versammelte sich beimSperl" die stellungspflichtigeJugend der Residenz, und die AssentirungS-Commission sprach ihr Urlhcil überdie Brauchbarkeit der jungen Bürger zu Kriegsdiensten ans. Heute steht ander Stelle desSperl" ein Rcal-Ghmnasium, und dort, wo einst leichtfüßigeNymphen mit kecker Grazie dahinschwcbten, wird nun der Jugend über diepnnischen Kriege und über die Gleichungen mit zwei oder mehreren Unbekanntenvorgetragen. So ändern sich die Zeiten! Rebe» ausgelassenen Unterhaltungenwurden doch auch, von anständiger Gesellschaft besuchte Bälle, Soirvcn re.daselbst veranstaltet, und der Wiener Münner-Gesang-Vercin hielt durch mehrereJahre hindurch seine Faschings-Liedertafeln beimSperl" ab.

Bei der erwähnten Production gelangte eine drciactige komische OperetteMordgrnndbrnck" von Julius Otto, welche Hcrbeck den Wiener Localver-hültnissen entsprechend bearbeitet hatte, unter dem TitelDie schwarze Lackenam Universum" zur Aufführung. Chor und Soli waren durchaus von Mit-gliedern des Vereines besetzt. Herbeck hielt, um den Spaß in möglichst voll-endeter Weise in Scene gehen zu lasse», sechzehn lange und eifrige Probenab, und ein großer Erfolg belohnte seinen Fleiß und seine Mühe. Das fort-gesetzte Gelingen aller von ihm geleitete» Unternehmungen mag bei viele»Neid und Mißgunst in hohem Grade erregt haben, denn sein Tagebuch ent-hält folgende, auf diesen Abend Beziehung habende Stelle :Man geifert schonwieder, zum Glück ärgert mich dieses niedrige Getriebe nicht, ich kann es nurverachten."

Im Winter 1857 wurde das Studium neuer und älterer Compositioncnfleißig fortgesetzt. Ein Stück von weihevollem Charakter, der Bardcngesang ansUthal" von Mehnl, >) das Hcrbeck in seiner Würde an denJsiS"-Chorin derZanberflöte" erinnert, machte den Anfang, darauf folgte ein Stückvon SpohrWas treibt den Waidmann in den Wald" im Arrangementvon Kunz. Die weiters vorgenommenen Nummern mögen hier hauptsächlich

>) Uthal, ernsthaftes Singspiel von Mehnl wnrdc in Wien znm ersten male am16. Jannar 1810 gegeben. Wlassak, Chronik des Bnrgthcaters, S. 117.

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