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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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gebildeten Streichquartettes vor die Oeffeutlichkeit. Er selbst spielte die I. Violine,bei der II. saß Mathias Durst, ein tüchtiger Quartettspielcr, dem die Leitungder Musik im Bnrgthcatcr Jahre hindurch anvertrant war, die Viola spielteKarl Hcißlcr, eine ausgezeichnete musikalische Lehrkraft, das Violoncello derMeister auf diesem Instrumente, Karl Schlesinger. Schon das erste Programm:Haydn, Quartett 6-äur ox. 76; Spohr, Trio iV-iuolI op. 124; Beethoven,Quartett L-äur op. 59, war vielverheißcnd für spätere Leistungen. H Dennauch die öffentliche Pflege der Kammermusik war in Wien arg vcrnachläßigtworden. Hat doch selbst Schnppanzhig, der sich durch die treffliche Wieder-gabe Becthoven'schcr Quartette sehr verdient machte, viele herrliche Schütze,welche sich ihm in Gestalt der Schubcrt'schcn Kammermnsikstüekc boten, unbe-rührt gelassen. Franz Lachncr berichtet/-) daß Schuppanzhig, nachdem ermit Schubert dessen herrliches, eine Welt von Schönheit bergendes O-iuoIl-Ouartctt (Der Tod und das Mädchen") durchgespiclt hatte, dem Componistengegenüber sich äußerte:Brüderl, das ist nichts, das laß gut sein, bleib Dubei deinen Liedern." Einer ähnlichen absprcchendeu Meinung über Schubertscheint Jansa, welcher in den 40iger Jahren Quartcttproductioncn abhiclt,gewesen zu sein. Er gefiel sich nicht nur in einem conseqncntcn JgnorirenSchnbert's und Schnmann's, sonder» spielte auch aus Beethovcn's reichemRepertoire beständig bloß drei Quartette aus op. 18/')

Von Hcllmesberger's Quartctt-Soirvcn verging wohl kaum eine einzige,deren Programm nicht mindestens ein Werk Beethoven's enthalten hätte. Ertrieb einen förmlichen Enltns mit diesem Giganten, und man kann mit Rechtbehaupte», das HellmeSbcrger es war, welcher dein musikalischen Publicumseiner Generation die Schönheiten der Becthoven'sche» Kammermusik enthüllte.Auch seine Verdienste um die Pflege Schnbert's, Schnmann's und Mcndcls-sohn's sind nicht zu unterschätze». Im Lause der Jahre 184050 brachte erSchnbert's Quartett in 6-äur (als Mannscript), jenes in 0 und iQmoll,dessen Trio's in Ls und L-äur, theilweise wiederholt, zur Aufführung, unddas herrliche Quartett in v-moll erregte bei der ersten Aufführung einensolchen Enthusiasmus, daß HellmeSbcrger, dem Drängen des PnblicnmsFolge gebend, dasselbe bald darauf wiederholte. Mendclssohn's Octett, undQuintett (L-änr), die meiste» seiner Quartette und Schnmann's, sowie einergroßen Zahl moderner Kammermnsik-Componisten Werke vervollständigten dasüberaus abwechslungsreiche Repertoire Hcllmesberger's. Mit collegialem Eiferhatte Hcllmcsbcrger sich des Quartettes von Hcrbcck angenommen, und sokonnte es bei der Schönheit des Werkes und der unübertrefflichen Wieder-

') Frau Hoflapcllmst. Hcllmesberger hatte die Liebenswürdigkeit, mir die von ihrangelegte Sammlung der Programme sämmtlichcr Qnartettprodnctionen, zur Verfügung zustellen. Der Verfasser.

0 Lachner,Vor den Conlissen", Berlin 1882, mitgctheilt in derPresse" Nr. 151,1882.

2) Hansliek, a. d. Conccrtsaal S. 6 s.