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hatte mit nicht genug anznerkcnnendem Fleiße und kritischem Verstände dieschönsten derselbe» für Männerchor bearbeitet und in einer Sammlung zumallgemeinen Gebrauche zurecht gelegt.") Jahrelang lagen die reizenden Liederunbeachtet im Archive des Wiener Männer-Gesang-VereincS, bis Herb eck,ihren hohen Werth erkennend, sic hcrvorholtc nnd mit dem Vereine sogleichdas Stndinm derselbe» begann. Mit welch' künstlerischer Feinheit er die Liedereinstudirt hatte, bewies der in jeder Strophe, dem Sinne der Tcptworte gemäß,in Tempo und Dynamik modificirte Vortrag, mit welchem das Publicum sichauch sofort befreundete. 2 )
Im Sommer studirte Hcrbeck mit dem Vereine ans dem Silcher'schenLiederschätze: „Untreue" („In einem kühle» Grunde"), „Loreley", „Mus; idenn zum Städtlc n'ans" und „Jetzt gang i an's Brttnnle", welche er mitAusnahme des dritten Liedes in dem Concertc am 21. Dcccmbcr im Ncdonten-saale zur Aufführung brachte. Die herrlichen Melodien der „Untreue" nnd„Loreley" ergriffen tief die Herzen der Zuhörer, nnd jede Strophe wurdeenthusiastisch bejubelt. Hcrbeck war glücklich über seinen ersten Erfolg alsConccrt-Dirigent in Wien, nnd mit Recht konnte er stolz darauf sein, der künst-lerischen Pflege des Volksliedes in Oesterreich die Wege gebahnt zu haben.Auf dem einmal eingeschlagenen Pfade fortschreitend, pflückte er Frucht umFrucht von dem großen, weitverzweigten Baume des VolkSgcsanges. „EinJäger ans Knrpsalz", „Nobin Adair", „Es zogen drei Bursche", „Herr Ulrich",„Ach du klarblaner Himmel" und „Noscstock" bildeten zunächst Gegenstanddes Studiums. Diese Lieder wurden thcilweise öffentlich aufgeführt, aber keinesderselben errang jenen Erfolg wie „Loreley" und „Untreue" errungen haben.Diese beiden Lieder blieben beliebte Repertoirestücke des Vereines, nnd sie habenihre Anziehungskraft auf das Publicum bis heute bewahrt.
Am Rachmittage des 21. Deccmbers sollte Hcrbeck noch die Freudeerlebe», als Componist einen schöne» Erfolg zu feiern. HellmcSbcrger brachtenämlich Herbeck's Quartett (in v-mokl) als eine neue Erscheinung auf demGebiete der Kammermusik in ausgezeichneter Weise zur Aufführung.
Ans. dem talentvollen Knaben Josef war nämlich ein Violinspieler erstenRanges, ein Künstler geworden, dem kein Fach der Musik fremd ist. Die größtenVerdienste erwarb HellmcSbcrger sich unlüngbar um die Pflege der Kammer-musik in Wien. Am 4. November 1849 trat er an der Spitze eines von ihm
') Volkslieder für 4 Männerstimmen gesetzt von Fr. Silcher. Tübingen, 12 Hefte.
2 ) Goethe gibt nns in „Wilhelm Meisters Lehrjahre" (3. Buch 1. Cap.) ein schönes Bei-spiel eines modificirtcn Gcsangvortrages. „Sie (die Mignon)" heisst die Stelle wörtlich, „fingjeden Vers feierlich nnd prächtig an, als ob sic ans was Sonderbares aufmerksam machen,als ob sie etwas Wichtiges Vorträgen wollte. Bei der dritten Zeile ward der Gesangdumpfer und düsterer. Das: Kennst Du es wohl? drückte sie gehcimnißvoll nnd bedächtigaus: in dem: dahin, dahin! lag eine unwiderstehliche Sehnsucht, und ihr: laß nnszibh'n! wußte sie bei jeder Wiederholung dergestalt zu modificircn, daß csbald bittend nnd dringend, bgld treibend nnd vielversprechend war."
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