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der Jahre viele abgeschmackte Manieren beim Gesänge ciugcschlichcn, wie:ritaräauäi, orssoamli und ckimiunoucli an Stellen, wo sie nicht hiugchören,nnd wohin Grobfühligkeit sie setzte oder Unachtsamkeit sic duldete, ja selbstMordcnzen an Stellen, die der Componist glatt geschrieben hat. Viele Stundendes Tages aber brachte Herbeck im Archive des Vereines zn, welches er mitder ihm eigenen Gründlichkeit dnrchstöbcrte. Diese Arbeit ward auch bald vongutem Erfolge begleitet, denn manches schöne Lied gelangte ans dem Dunkeldes Archives au's Tageslicht, wie z. B. der originelle und von Laune sprudelndeEhor von Hermann Böuickc „Im Weinhaus" (welcher in Düsseldorf einenPreis erhielt). Herbeck bemerkt dazu: „Schwierig zu siugcu, kommt durchEifer bald zum Verständnis;. Merkwürdig dabei, daß dieser Ehor mit noch zweianderen Preisliedern „Küfer und Blume" und „Lebewohl" in einem Hefte seitJahren dalag und nicht beachtet wurde. Ich bin nicht böse, daß er mir Vor-behalten blieb."
Die Eompositioucn Bönicke's, welcher auf dem Gebiete des Münncr-chorcs und der Orgelcomposition Bedeutendes geleistet hat, wurden von löerbcckaußerordentlich geschützt. „Sie wissen wohl selbst am Besten," schreibt eran Bönicke,') „welches Vergnügen es einem gewährt, nach dem Durchsetzeneiner Unmasse münnergcsauglichcr Jämmerlichkeiten — wie sie unseresogenannte» „beliebten" Componisten zu producireu Pflegen — endlich aufHervorragendes zn stoßen!" Diese „mänuergesanglichcn Jämmerlichkeiten" zeigte»sich aber in ihrer vollen Nichtigkeit, als Hcrbcck eine Reihe der reizendsten,von Silchcr gesammelten Volkslieder aus dem Archive hcrvorholte. „Warumverfiel früher Niemand aus diese einfachen, herrlichen Liedchen? Die Geschichtevom Ei des Columbus." Doch darüber später.
Vermuthlich gab der bevorstehende Besuch des Componisten HeinrichMarsch»er in Wien Hcrbeck den unmittelbaren Anlaß, dessen Chöre „Licdes-freihcit" und „Ich lieb was fein ist" cinzustndircu. Den letzteren bcnrthciltHerbeck als einen „wirklich feinen humoristischen Chor", wobei ihm derVs Takt im Scherzo-Tempo auffällt und ihn zu einer Erinnerung an dasL-eiur Quartett Becthoveu's veranlaßt. „Es ist stanncnswerth," fährt dasTagebuch fort, „wie der Verein schnell und leicht liest und faßt, wenn manihn zu interessireu weiß und iu's Feuer zu bringen versteht."
Marschncr, dessen Oper „Hans Heiling" Herbcck so lieb gewann,und die er als Opcrndircctor mit großem Fleiße in Scene setzte, war damalsHofkapellmeister in Hannover. Seine Opern erfreuten sich einer großen Beliebt-heit, und seinem Componisten-Nnhme wie seiner persönlichen Liebenswürdigkeitverdankte er den herzlich-warmen Empfang, der ihm, als er an der Seiteseiner Gemahlin bei der, ihm zu Ehren veranstalteten Liedertafel, dc6 Männer-Gesang-Vereines erschien (20. Juni), zn Theil ward. Marschncr war von
-) Brief vom 19. April 186 t, Anhang S> 54.